Zum Hauptinhalt springen

Offenbar liegt Geständnis des Istanbuler Attentäters vor

Der Tatverdächte des Anschlags in einer Istanbuler Disco ist gefasst. Der Gouverneur der Stadt erklärt, der Mann habe gestanden.

Festnahme: 16 Tage nach dem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub hat gemäss den Behörden ein Usbeke die Tat gestanden. (3. Januar 2017)
Festnahme: 16 Tage nach dem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub hat gemäss den Behörden ein Usbeke die Tat gestanden. (3. Januar 2017)
Dogan News Agenc, AFP
Das Parlament hat den Ausnahmezustand um drei Monate verlängert: Menschen trauern vor dem Club um die Opfer der jüngsten Terrorattacke. (3. Januar 2017)
Das Parlament hat den Ausnahmezustand um drei Monate verlängert: Menschen trauern vor dem Club um die Opfer der jüngsten Terrorattacke. (3. Januar 2017)
AP Photo/Emrah Gurel, Keystone
Polizisten vor dem Tatort.
Polizisten vor dem Tatort.
Keystone
1 / 27

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die Festnahme des mutmasslichen Istanbuler Nachtclub-Angreifers bestätigt. Der Schütze, der die Tat in dem Club Reina verübt habe, sei gefasst worden, sagte Yildirim heute in Ankara. Er hoffe, dass das Verhör des Mannes zeigen werde, welche «Kräfte» hinter dem Anschlag in der Neujahrsnacht mit 39 Toten gestanden hätten.

«Der abscheuliche Terrorist, der den Ort der Unterhaltung am Silvesterabend angegriffen und den Verlust so vieler Leben herbeigeführt hat, ist gefangen genommen worden», sagte Yildirim. Details zu den Ermittlungen wollte er nicht nennen.

Angeblich liegt ein Geständnis vor

Der Gouverneur von Istanbul, Vasip Sahin, sagte, dass der Attentäter aus Usbekistan stamme und in Afghanistan ausgebildet worden sei. Er sei vermutlich im Januar 2016 in die Türkei gekommen. Er habe gestanden, die Tat verübt zu haben. Seine Fingerabdrücke stimmten mit denen des Angreifers am Tatort überein. Es sei klar, dass der Mann die Bluttat im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat ausgeführt habe, sagte Sahin.

Neben dem Verdächtigen seien auch sein Freund sowie drei weitere Personen festgenommen worden, meldete NTV. Das vierjährige Kind des mutmasslichen Angreifers sei zu dem Zeitpunkt bei ihm gewesen und nun in Obhut der Behörden.

Mehrere Tage observiert

Zudem berichtete der Fernsehsender, dass die Polizei den Mann seit vier oder fünf Tagen observiert habe. Die Razzia habe entsprechend später stattgefunden, um seine Bewegungen und Kontakte zu beobachten.

Auch die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu gab einen Bericht über die Festnahme heraus und identifizierte ihn als Abdulgadir M. Auch sie schrieb, die Polizei habe neben ihm einen Kirgisen und drei Frauen in Gewahrsam genommen. Ohne weitere Details zu nennen, hiess es, die Ermittler führten auch Razzien gegen andere mutmassliche Zellen der Terrormiliz Islamischer Staat aus.

Die Zeitung «Hürriyet» und andere Medien hatten den mutmasslichen Angreifer zuvor als einen Usbeken identifiziert. Im Laufe des Tages hatte der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus gesagt, die Attacke auf den Nachtclub Reina sei professionell – mit der Hilfe eines Geheimdienstes – ausgeführt worden. Dies hatte er bereits in den ersten Tagen nach dem Angriff gesagt.

Gegen Festnahme gewehrt

Unterdessen veröffentlichte die private Nachrichtenagentur Dogan ein nach eigenen Angaben erstes Foto des Festgenommenen. Es zeigte einen verletzten, schwarzhaarigen Mann mit einem blutigen, grauen T-Shirt, der am Nacken festgehalten wird. NTV berichtete, er habe sich gegen seine Festnahme gewehrt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte sich zu dem Anschlag mit 39 Toten in der Silvesternacht bekannt. Diese sei als Racheakt für das Einwirken der Türkei auf die Kämpfe in Nordsyrien zu verstehen.

ap/sda/nag/chk/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch