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In dieser Grotte empfängt Berlusconi seine Gäste

Ein Fotograf lüftete eines der bestgehüteten Geheimnisse von Silvio Berlusconi: Die Meeresgrotte in seiner Villa auf Sardinien. Daneben sorgt ein Prozess über mögliche Verstrickungen zur Mafia für Aufsehen.

Das Tor zur Villa: Screenshot von der Seite des italienischen Fotografen Antonello Zappadu.
Das Tor zur Villa: Screenshot von der Seite des italienischen Fotografen Antonello Zappadu.

Auf diesem Anwesen soll der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi seine ausschweifenden Feste gefeiert haben. Noch in guter Erinnerung sind die Schnappschüsse, auf denen der italienische Fotograf Antonello Zappadu im Jahr 2009 eine der Bunga Bunga-Party auf dem Gelände der Villa Certosa an der sardinischen Küste festhielt – viel nackte Haut und ein Ministerpräsident, umgeben von jungen, freizügig gekleideten Schönheiten.

Berlusconi reagierte damals mit einer Klage. Unbeeindruckt dessen, veröffentlicht Zappadu auf seinem Blog jetzt neue Bilder der Villa, auf der Gäste wie Wladimir Putin oder Tony Blair residiert haben sollen. Darauf zu sehen ist die Meeresgrotte, über die Besitzer und seine Gäste mit einem Boot ins Hausinnere gelangen. Vor allem in italienischen Medien wurde schon viel über den geheimen Eingang zum Luxusanwesen spekuliert.

Was die Fotos nun zeigen, dürfte jene bestätigen, die dem Cavaliere schon immer einen Hang zum theatralischen und kitschigen nachsagten: Das Wasser leuchtet türkis, darunter spiegelt sich im Mosaik der Meeresgott Neptun und rotes-blaues Licht verleiht dem ganzen ein wenig Verruchtheit.

Hat Berlusconi Schweigegeld bezahlt?

Gleichzeitig sorgt Berlusconi auch in einem Justizfall für Aufsehen. Dabei geht es um Zahlungen in Millionenhöhe die er in der Vergangenheit an die italienische Mafia gezahlt haben soll. Berlusconi hat nun Medienberichten zufolge vor Gericht bestritten, erpresst worden zu sein. Mit Zahlungen in Millionenhöhe an den sizilianischen Senator Marcello Dell'Utri habe er lediglich einem «Freund helfen» wollen, sagte er vor einem Gericht in Rom, wie die Zeitung «Corriere della Sera» am Donnerstag berichtete.

«Dell'Utri ist ein enger Freund, wir kennen uns seit Jahren», sagte er demnach. So habe er ihm etwa geholfen, seinen ersten Fussballclub, den AC Mailand, aufzubauen. Berlusconi soll Dell'Utri in den vergangenen zehn Jahren mehr als 40 Millionen Euro überwiesen haben. Die sizilianische Justiz geht davon aus, dass es sich um Schweigegeld handeln könnte, damit Berlusconis mutmassliche Kontakte zur Mafia in den 70er Jahren geheim blieben.

Überhöhter Preis für eine Villa

Verhört wurde er am Mittwoch der Zeitung «Il Fatto Quotidiano» zufolge als Zeuge im Fall des Kaufs einer Villa. Berlusconi kaufte das Anwesen am Comer See im vergangenen Jahr für 21 Millionen Euro, obwohl deren Wert auf 9,5 Millionen geschätzt wurde. Befragt wurde er ausserdem zu weiteren Zahlungen an Dell'Utri in Millionenhöhe, die Berlusconi aber als «Geschenke» bezeichnete.

Dell'Utri war 2004 wegen seiner Verbindungen zur sizilianischen Cosa Nostra zu neun Jahren Haft verurteilt worden, 2010 wurde die Strafe auf sieben Jahre reduziert. Im März wurde das Urteil vom Obersten Berufungsgericht des Landes wegen fehlender Beweise aufgehoben; der Gerichtshof forderte ein neues Verfahren. Gleichwohl sahen es die Richter als erwiesen an, dass Dell'Utri damals als Verbindungsmann zwischen Berlusconi und der Mafia fungierte. Der ehemalige italienische Regierungschef soll in den 70er Jahren unter anderem umfangreiche Schutzgelder an die Mafia gezahlt haben.

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