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In Australien wächst die Angst vor Plünderungen

In den Feuergebieten geht die Polizei gegen Plünderer vor. Derweil steigt die Gefahr, dass sich zwei Brände zu einem Riesenfeuer verbinden.

«Du plünderst, wir schiessen»: Ein Schild in New South Wales warnt potenzielle Plünderer. Bild: Rick Rycroft, AP/Keystone
«Du plünderst, wir schiessen»: Ein Schild in New South Wales warnt potenzielle Plünderer. Bild: Rick Rycroft, AP/Keystone

Während in Australien der Kampf gegen die Flammen weitergeht, warnen die Behörden vor Kriminellen. Im Bundesstaat New South Wales wurden nach Angaben der Polizei drei Menschen wegen des Verdachts von Plünderungen angeklagt.

In den Feuergebieten sollen Streifen etwaigen Dieben das Handwerk legen. «Es ist schwer zu verstehen, dass es Leute gibt, die versuchen, auf Kosten von Gemeinden, die ohnehin schon so viel verloren haben, zu profitieren und sich zu bereichern», sagte Einsatzleiter Gary Worboys am Dienstag. Konsumentenschützer warnten zudem vor Spendenbetrügern.

Die Feuerwehr nutzte am Dienstag einen kurzen Wetterumschwung, um die verheerenden Buschbrände im Osten des Landes wenigstens teilweise einzudämmen. Die derzeitigen Bedingungen mit leichten Regenfällen und geringeren Temperaturen seien «viel günstiger», sagte der Leiter der Feuerwehr in New South Wales, Shane Fitzsimmons. Es gehe darum, in der kurzen Hitzepause «den Schutz zu verstärken», um das weitere Ausbreiten der Brände zu verhindern - bevor die Temperaturen wieder steigen sollen.

Furcht vor Riesenfeuer

Völlig erschöpfte Helfer sind laut Fitzsimmons dabei, Eindämmungslinien neu zu ziehen und kontrollierte Gegenfeuer zu legen. In einigen schwer betroffenen Gemeinden konnte derweil die Stromversorgung wieder hergestellt werden, wie die Energieversorger mitteilten.

Die Behörden erwarten zum Freitag hin einen erneuten Temperaturanstieg. Dutzende riesige Feuer waren trotz der leichten Regenfälle am Montag weiterhin völlig ausser Kontrolle. Zudem wächst die Furcht, dass sich zwei Brände an der Grenze von New South Wales und Victoria zu einem weiteren Riesenfeuer verbinden könnten. Es wird befürchtet, dass die Feuer in Australien noch Monate dauern. In der isolierten Küstenstadt Mallacoota warten obendrein noch hunderte Menschen darauf, per Schiff gerettet zu werden (zum Bericht).

Video: Australien kämpft weiter gegen Brände

Mindestens 25 Menschen und über 17 Millionen Säugetiere sind bereits gestorben. Video: Tamedia

Seit Beginn der grossen Brände im Oktober sind landesweit 25 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Häuser sind zerstört. Mehr als 10 Millionen Hektar brannten nieder - das entspricht ungefähr der Grösse von Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Hunderte Millionen Dollar Schaden

Am Dienstag hiess es, auf die Versicherungen kämen bislang Kosten von 700 Millionen australischen Dollar zu, das sind etwa 470 Millionen Franken. Nach Angaben des australischen Versicherungsverbands gab es fast 9000 Schadensmeldungen - es wird aber erwartet, dass die Zahl noch deutlich steigt.

US-Präsident Donald Trump drückte nach Angaben des Weissen Haues im Gespräch mit dem australischen Premierminister Scott Morrison seine Sorge und sein Beileid aus. Er bot der australischen Regierung die Unterstützung der USA im Kampf gegen die Feuer an.

Auch Prominente zeigen sich weiter solidarisch: Der australische Schauspieler Chris Hemsworth («Thor») hat nach eigenen Angaben eine Million australische Dollar gespendet.

SDA/sho

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