Zum Hauptinhalt springen

«Ich bin es nicht gewesen»

Gestern erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 76-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung. Er soll auf dem Bielersee mit seinem Boot eine junge Frau überfahren haben. Dieser weist jede Schuld von sich.

Diesen Hafen haben sie nie erreicht: Der Hafen in Lüscherz.
Diesen Hafen haben sie nie erreicht: Der Hafen in Lüscherz.
Keystone
1 / 1

Gestern hat die Staatsanwaltschaft in Biel Anklage erhoben im Fall des tödlichen Bootsunfalls auf dem Bielersee im Juli 2010. Ein 76-jähriger Mann soll mit seinem Boot eine junge Frau überfahren haben. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung.

Im «Blick» von heute beteuert der Angeklagte jedoch seine Unschuld. «Ich kann auch jetzt nur immer wieder sagen, ich bin es nicht gewesen», sagt der Mann gegenüber der Zeitung. «Es ist bezeichnend, dass die Anklageschrift nur eine Seite lang ist. Die haben gar nichts. Sie haben keine Beweise.»

Tagelange Fahndung

Am 11. Juli 2010 gegen Abend wollten eine 24-jährige Aargauerin und ihr Freund den Bielersee von der St. Petersinsel aus in Richtung Lüscherz BE überqueren. Als die beiden ein Motorboot nahen und trotz Rufen und Handzeichen nicht abdrehen sahen, sprangen die beiden aus dem Boot. Die Frau wurde von der Schraube des Motorboots erfasst und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch im Wasser starb. Ihr Freund blieb unverletzt. Das Motorboot fuhr, ohne anzuhalten, weiter.

Das Bootsdrama vom Bielersee machte Schlagzeilen in der ganzen Schweiz. Die Polizei fahndete nach dem Unfall tagelang nach dem Führer des Motorboots und wertete Hunderte von Hinweisen aus der Bevölkerung aus. Sie setzte auch eine Sonderkommission ein.

Grundlage der Anklage geheim

Ende Juli 2010 teilten die Behörden schliesslich mit, ein Rentner aus der Region stehe unter dringendem Tatverdacht. Dieser gab zwar zu, am Nachmittag des 11. Juli 2010 auf dem Bielersee unterwegs gewesen zu sein. Weder er noch die anderen Personen auf seinem Boot hätten aber zur fraglichen Zeit etwas Aussergewöhnliches festgestellt. «Deshalb war und ist es für uns undenkbar, dass wir in den tragischen Unfall verwickelt sein könnten», schrieb er ebenfalls Ende Juli 2010 in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur SDA.

Die Ermittlungsbehörden führten ein umfangreiches Beweisverfahren durch, bei dem auch ausländische Experten mitwirkten. In einer Mitteilung vom Juli des letzten Jahres sprach die Staatsanwaltschaft in Biel von «extrem komplexen Fragen», die es zu beantworten gelte. Worauf die Anklage aufbaut, ist bis zum Gerichtsverfahren geheim. Gemäss einem Gutachten des Forensischen Instituts Zürich, das der «SonntagsBlick» veröffentlichte, komme die Schiffsschraube des Angeklagten zwar als Tatwaffe infrage, es gebe aber kein eindeutiges Merkmal, dass sie es war.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch