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Hochwasser gefährdet Deiche in Norddeutschland

Das Elbe-Hochwasser hat vielerorts seinen Höhepunkt erreicht, doch die Gefahr von Deichbrüchen bleibt hoch. Angela Merkel kündigte ein Fonds zur Behebung der Langzeitschäden einzurichten.

Auch hier ist die Lage noch immer angespannt: Anwohner des Ortes Bata, südlich von Budapest. (12. Juni 2013)
Auch hier ist die Lage noch immer angespannt: Anwohner des Ortes Bata, südlich von Budapest. (12. Juni 2013)
Keystone
Überall Wasser: Der gebrochene Damm bei Klein Rosenburg. (9. Juni 2013)
Überall Wasser: Der gebrochene Damm bei Klein Rosenburg. (9. Juni 2013)
AP
A fireengine drives through a flooded area near Saara, central Germany, Sunday, June 2, 2013. The village is enclosed by the floods. Heavy rainfalls cause flooding along rivers and lakes in Germany, Austria, Switzerland and the Czech Republic. (AP Photo/Jens Meyer)
A fireengine drives through a flooded area near Saara, central Germany, Sunday, June 2, 2013. The village is enclosed by the floods. Heavy rainfalls cause flooding along rivers and lakes in Germany, Austria, Switzerland and the Czech Republic. (AP Photo/Jens Meyer)
Keystone
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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist erneut in die deutschen Hochwassergebiete gereist. Bei ihrem Besuch in Lauenburg in Schleswig-Holstein sprach sie den Einsatzkräften und Freiwilligen ihren Respekt aus. Merkel kündigte die Einrichtung eines Fonds an, «der mit den Langfristschäden umgeht».

Mehrere Medien berichteten am Mittwoch übereinstimmend, dass sich die Bundesregierung mit drei bis vier Milliarden Euro an dem Fonds beteiligen werde. Ein Sprecher des Finanzministeriums in Berlin wollte dies jedoch nicht bestätigen.

Die Bundeskanzlerin hatte zu Beginn des Hochwassers bereits Soforthilfen in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt. Am Donnerstag will sie mit den Länder-Regierungschefs über weitere Finanzhilfen sprechen.

Lage weiterhin kritisch

Kritisch bleibt die Lage unter anderem bei Fischbeck im Landkreis Stendal an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Dort strömte weiter Elbe-Wasser durch einen Deichbruch in das Hinterland.

Die Behörden in Sachsen-Anhalt ordneten die Zwangsevakuierung von drei weiteren Dörfern an, Helfer in Brandenburg errichteten einen Notdeich, um das Vordringen der Flut ins Havelland zu stoppen.

Weiter nördlich blickten die Einsatzkräfte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit Sorge auf die stark belasteten Deiche an der Elbe. Zwar erreichten die Pegel inzwischen auch dort ihre wahrscheinlichen Höchststände, diese sollen aber längere Zeit anhalten.

Acht Hochwassertote

Die Lage sei derzeit stabil, teilte der Landkreis Lüneburg in Niedersachsen mit. Eine Überflutung der Deiche sei momentan ausgeschlossen. Es bestehe allerdings die Gefahr einer «Durchweichung» der Dämme.

Die Zahl der Toten in Folge des etwa zweiwöchigen Hochwassers in Deutschland stieg auf mindestens acht. Ein 61-Jähriger wollte in Aken in Sachsen-Anhalt seinen Keller auspumpen und erlitt in der Nacht zum Mittwoch einen tödlichen Stromschlag, wie die Polizei mitteilte.

Schäden in Tschechien

Das Hochwasser an Elbe und Moldau hat in Tschechien beträchtliche Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Nach ersten Erhebungen belaufen sich die Kosten auf 3,3 Milliarden Kronen (159 Millionen Franken).

Dies sagte der tschechische Agrarminister Petr Bendl am Mittwoch bei einem Besuch in Südböhmen, wie die Agentur CTK berichtete. Die Hälfte davon seien unmittelbare Hochwasserschäden, die andere Hälfte Absatzeinbussen.

(SDA)

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