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Goldfische so gross wie Fussbälle

Einst kleine Goldfische, die ausgesetzt wurden, haben sich in australischen Gewässern weiterentwickelt: Sie sind gross und dick und vertragen auch Salzwasser. Das ist ein Problem.

Ganz schön gross: Dr. Stephen Beatty von der Murdoch-Universität präsentiert einen mutierten Goldfisch.
Ganz schön gross: Dr. Stephen Beatty von der Murdoch-Universität präsentiert einen mutierten Goldfisch.
Murdoch University / David Morgang

Goldfische sind recht anspruchslose Haustiere. Wer sie regel­mässig füttert und das Wasser im Aquarium sauber hält, kann mehrere Jahrzehnte Freude an ihnen haben. So manchem Haustierbesitzer scheint dies zu lang zu werden. Doch in die Wildnis entsorgt, bleiben die goldgelben Fische nicht so winzig und harmlos wie im Aquarium.

In Australien stossen Forscher nun schon seit einigen Jahren immer wieder auf Goldfische in freier Natur. Und diesen scheinen die australische Natur und das Klima bestens zuzusagen. In einer aktuellen Studie zogen die Wissenschaftler 526 Goldfische aus der Vasse, einem Fluss in Westaustralien.

Während ihrer Analysen stellten die Forscher der Murdoch-Universität in Perth fest, dass die invasive Art bei weitem nicht nur gefrässig ist und dadurch riesengross wird – manche Tiere sind so gross wie ein Fussball –, sondern inzwischen sogar mutiert ist und auch Salzwasser vertragen kann.

Das macht sie besonders gefährlich, da die Tiere nun zwischen Flusssystemen schwimmen und damit mehr Ökosysteme kolonisieren können. «Diese Forschung deutet an, dass Goldfische anfangen könnten, die Flusssysteme als ‹Salzbrücken› zu verwenden, um in neue Flüsse einzudringen und sie zu kolonisieren», sagte der Meeresbiologe James Tweedley.

Laut Tweedley fressen die Goldfische kraftvoll, entwurzeln und verspeisen Pflanzen, wirbeln Schlamm auf und scheiden schädliche Nährstoffe ins Wasser aus. «Goldfische sind auch bekannt dafür, Parasiten und Krankheiten einzuführen», so der Biologe: «Das ist eine schlechte Nachricht für die einheimischen Fische und die allgemeine Gesundheit unserer Flusssysteme.»

Wenn ihre Besitzer die Goldfische nicht mehr haben wollten, so müssten sie zu Aquariengeschäften gebracht werden, aber keinesfalls in freier Natur ausgesetzt werden, betonte Tweedley.

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