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Gesperrte Strassen wegen Roma-Hochzeit

Eine geplante Roma-Hochzeit im Wallis warf bereits im Voraus hohe Wellen, im Internet wurden Drohungen gegen die Fahrenden ausgestossen. Das Fest wird deshalb von der Polizei überwacht.

Oft gesehene Gäste in der Westschweiz: Fahrende auf einem Stellplatz in Vernier. (Archivbild)
Oft gesehene Gäste in der Westschweiz: Fahrende auf einem Stellplatz in Vernier. (Archivbild)
Keystone

Die Walliser Polizei hat heute die umstrittene Roma-Hochzeit in Collombey-Muraz VS überwacht. Sie sperrte mehrere Strassen rund um die 60 Camper der Hochzeitsgäste aus Frankreich und Deutschland. Gegen die ungewöhnliche Hochzeitsgesellschaft waren im Internet Drohungen ausgesprochen worden.

Die Fahrenden waren am vergangenen Sonntag vor allem aus Deutschland und Frankreich in die 2000 Einwohner zählende Gemeinde Collombey-Muraz gereist, um eine Hochzeit zu feiern.

Nachdem sie ihre rund 60 Camper zuerst ohne Bewilligung auf das Grundstück eines Bauern gestellt hatten, handelten sie mit dem Besitzer schliesslich einen Kompromiss aus: Die Fahrenden bezahlen 5500 Franken «Miete» und müssen das Grundstück bis am Sonntag, um 14 Uhr, verlassen haben.

Abfall und Sicherheitsbedenken

Die auf heute angekündigte Roma-Hochzeit schlug im Laufe der vergangenen Woche hohe Wellen in den Westschweizer Medien wie auch in den sozialen Netzwerken. Zahlreiche Anwohner empörten sich über das Verhalten der Fahrenden, störten sich an Abfall und Exkrementen, welche die Camping-Karawane hinterlasse und äusserten Sicherheitsbedenken. Im Internet wurden mehrere Drohungen gegen die Hochzeitsgesellschaft ausgesprochen.

Die Walliser Polizei reagierte mit einem erhöhten Aufgebot rund um den Ort, wo die Hochzeit stattfinden sollte, wie Polizeisprecher Jean-Marie Bornet heute auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Mehrere Strassen wurden für den privaten Verkehr gesperrt; die Polizisten hielten sich jedoch von der Hochzeit fern.

Bornet hofft, dass die Bevölkerung ihren Unmut über die Roma-Hochzeit nicht auf «ähnlich respektlose Weise ausdrückt wie sich die Fahrenden verhalten haben». Es sei an der Zeit, das Problem grundsätzlich zu lösen.

Offizielle Plätze sind überfüllt

In der Westschweiz sind die Fahrenden zurzeit ein kontrovers diskutiertes Thema. Neben dem Wallis sieht sich auch das Waadtland in diesem Jahr mit einer steigenden Zahl campierender Roma konfrontiert.

«Die offiziellen Plätze in der Waadt sind für 70 Wagen ausgelegt. Aktuell sind es zwischen 140 und 150 Wagen», sagte Pierrette Roulet-Grin, die für den Kanton Waadt als Mediatorin amtet, vergangene Woche zur Nachrichtenagentur sda. 95 Prozent der Personen stammten aus Frankreich.

Roulet-Grin berichtete dabei von zahlreichen Konflikten zwischen den Fahrenden und den Nachbarn oder Grundstückbesitzern, auf deren Feldern sich die Roma niederlassen. Sie müsse mehrere Male pro Woche ausrücken, um Streit zu schlichten. In der Waadt soll nun eine Arbeitsgruppe nach Lösungen suchen.

SDA/ses

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