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Gasofen hat Brandkatastrophe ausgelöst

Nun ist klar, was zum verheerenden Feuer in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald geführt hat: Aus einem Ofen ist Gas ausgetreten, das sich entzündet hat. Derweil hat die Polizei die 14 Todesopfer identifiziert.

Weshalb das Gas unbeachtet austrat, ist noch unklar: Ein Polizist im Einastz in Titisee-Neustadt. (27. November 2012)
Weshalb das Gas unbeachtet austrat, ist noch unklar: Ein Polizist im Einastz in Titisee-Neustadt. (27. November 2012)
AFP
Die Trauer ist gross: Angehörige legen Blumen vor der Behindertenstätte in Titisee-Neustadt. (27. November 2012)
Die Trauer ist gross: Angehörige legen Blumen vor der Behindertenstätte in Titisee-Neustadt. (27. November 2012)
Keystone
In der Werkstatt werden nach Angaben der Caritas unter anderem Metall und Holz verarbeitet.
In der Werkstatt werden nach Angaben der Caritas unter anderem Metall und Holz verarbeitet.
AFP
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Eine Gasexplosion hat die Brandkatastrophe mit 14 Toten in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald verursacht. Warum sich am Montag das Gas entzündete, ist noch unklar.

Nach derzeitigem Kenntnisstand spreche alles für ein Unglück, sagte Staatsanwalt Peter Häberle am Dienstag. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Tat.

Dennoch habe die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Brandstiftung beziehungsweise fahrlässiger Tötung eingeleitet. «Das bedeutet aber nicht, dass fahrlässiges Verhalten vorliegt», sagte Häberle.

Kaum eine Chance, zu entkommen

Bei dem Feuer in der Einrichtung des katholischen Hilfswerks Caritas in Titisee-Neustadt waren am Montag 14 Menschen ums Leben gekommen, 13 Behinderte und eine Betreuerin.

Die explodierte Gasflasche gehörte zu einem Gasofen, der in der Werkstatt aufgestellt war. «Es kam zu einer schlagartigen Ausbreitung von Feuer und Rauch», sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Menschen in dem Raum hatten nach Darstellung der Experten kaum eine Chance, dem Inferno zu entkommen. Alle seien sofort tot gewesen.

b>Brandschutz ausreichend

Der Brandschutz in der Behindertenwerkstatt war aus Sicht der Behörden völlig ausreichend. «Der vorbeugende Brandschutz war absolut ordnungsgemäss», sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Der Einsatz der Rettungskräfte sei «vorbildlich gelaufen».

Von den 97 Menschen, die sich aus dem Gebäude retten konnten, schafften dies nach Darstellung der Behörden 86 aus eigener Kraft. Nur elf Menschen mussten von der Feuerwehr aus dem Gebäude geleitet werden. Dies spreche für das Funktionieren des Rettungskonzepts mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer und einer Stahltreppe, sagte Schäfer. Zehn Frauen und drei Männer mit Handicaps erstickten an giftigem Rauch oder verbrannten. Die behinderten Frauen waren im Alter von 28 bis 68 Jahren, die Männer zwischen 45 und 68 Jahren. Die getötete Betreuerin war 50 Jahre alt. Neun Menschen wurden schwer verletzt.

Gemeinde plant Trauerfeier

Papst Benedikt XVI. gedachte der Opfer und versicherte den Hinterbliebenen in einem Brief an den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch seine tief empfundene Anteilnahme. Die Kirchen und die Gemeinde Titisee-Neustadt planen für kommenden Samstag eine ökumenische Trauerfeier.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, kündigte an, am Samstag werde das ganze Bundesland trauerbeflaggt. Landesweit herrschte in vielen Behinderteneinrichtungen Mitgefühl. Zugleich wurden vielerorts der Brandschutz und die Fluchtwege überprüft.

Die Behindertenwerkstatt wird längere Zeit geschlossen bleiben. Die Schäden seien immens, sagte ein Sprecher der Caritas. Zwei Stockwerke des Gebäudes seien durch Feuer und Rauch nahezu komplett zerstört worden. Die Einrichtung solle hergerichtet und wieder eröffnet werden. Die Behinderten würden so lange in anderen Einrichtungen untergebracht.

sda/dapd/rbi/mw/wid

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