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«Falsches Attentats-Opfer» muss ins Gefängnis

Ein 29-Jähriger hatte sich als Überlebender des Attentats von Bataclan ausgegeben. Er wollte Entschädigung erhalten – jetzt wurde der Rettungssanitäter zu sechs Monaten Haft verurteilt.

Der als Betrüger verurteilte, war Mitglied einer Gruppe aus Überlebenden des Anschlags: Zwei Jahren nach dem Attentat zieren Blumen den Eingang des Bataclan Clubs in Paris am Tag der Gedenkzeremonie. (13. November 2017)
Der als Betrüger verurteilte, war Mitglied einer Gruppe aus Überlebenden des Anschlags: Zwei Jahren nach dem Attentat zieren Blumen den Eingang des Bataclan Clubs in Paris am Tag der Gedenkzeremonie. (13. November 2017)
EPA/IAN LANGSDON, Keystone
«Bataclan» überlebt: Denys Plaud besucht den Ort der tödlichen Anschläge. (7. November 2016)
«Bataclan» überlebt: Denys Plaud besucht den Ort der tödlichen Anschläge. (7. November 2016)
Oleg Cetinic/AP, Keystone
Das Bataclan ein paar Tage nach den Anschlägen. (17. November 2015)
Das Bataclan ein paar Tage nach den Anschlägen. (17. November 2015)
Patrick Kovarik, AFP
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Ein Franzose, der sich nach den Pariser Anschlägen vom November 2015 fälschlich als Opfer ausgegeben hatte, ist zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 29-Jährige erhielt von einem Gericht in Versailles am Freitag darüber hinaus eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten. Der Rettungssanitäter hatte vorgegeben, er habe das Attentat auf die Konzerthalle Bataclan überlebt, bei dem 90 Menschen getötet wurden. In Wahrheit war er gar nicht dort gewesen.

Er verlangte jedoch eine Entschädigung aus dem Fonds für Überlebende von Attentaten. Gegenüber Medien, darunter AFP, berichtete er überzeugend, wie er den Angriff im Bataclan erlebt habe. Er trat auch einer Gruppe aus Überlebenden des Anschlags bei und liess sich – wie viele von ihnen – eine Marianne, das Symbol der französischen Republik, tätowieren.

Falsche Fakten, kein Geld

Das Gericht verurteilte ihn wegen versuchten Betrugs. An Geld aus dem Fonds kam er nie, weil es an Beweisen mangelte. Nach einem Jahr kamen ihm die Behörden auf die Schliche, weil seine Angaben nicht mit bestimmten Fakten übereinstimmten. Ermittlungen ergaben, dass er zum Zeitpunkt des Angriffs 30 Kilometer vom Bataclan entfernt war und erst anschliessend dort auftauchte.

Bei den Angriffen auf die Konzerthalle Bataclan, mehrere Restaurants und Cafés sowie das Fussballstadion Stade de France waren am Abend des 13. November 2015 insgesamt 130 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt worden. Zu den Attentaten bekannte sich die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

AFP/foa

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