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Fall Schumacher: Hinweise auf Identität des Aktendiebes

Der mutmassliche Aktendieb im Fall Schumacher, der letzte Woche Suizid beging, soll bei der Rega als Leiter der Einsatzadministration angestellt gewesen sein.

«Dem Image nicht zuträglich»: Ein Flugzeug steht vor dem Hangar der Rega auf dem Flughafen Zürich Kloten. (Archivbild)
«Dem Image nicht zuträglich»: Ein Flugzeug steht vor dem Hangar der Rega auf dem Flughafen Zürich Kloten. (Archivbild)
Keystone

Der Mann, der die Krankenakte von Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher entwendet und den Medien zum Kauf angeboten haben soll, war Leiter der Rega-Einsatzadministration. Dies berichtet die Zeitungen «Schweiz am Sonntag» und «SonntagsZeitung »gestützt auf mehrere zuverlässige Quellen. Zu den Aufgaben des 55-Jährigen gehörte die Planung der internationalen Krankentransporte.

Der gebürtige Deutsche, der diese Woche Suizid beging, zählte laut dem Bericht zum kleinen Personenkreis innerhalb der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega, der Zugriff zu den Patientenakten hatte. Zu diesen Akten gehörte auch diejenige von Schumacher, die durch die Rega vom Spital in Grenoble zum Unispital Lausanne überführt werden sollte.

«Vertrauenswürdiger und aufrechter Freund»

Was den Rega-Kadermann, der ein leidenschaftlicher Segler war, zu der mutmasslichen Tat verleitet haben könnte, bleibt im Dunkeln. Ein langjähriger Segelfreund, der mit ihm noch vor ein paar Wochen auf einem Törn war, beschreibt ihn gegenüber der Zeitung als vertrauenswürdigen und aufrechten Freund. Er hätte nie gedacht, dass er zu einer solchen Tat fähig sei. An seinem Wohnort führte er ein bescheidenes Leben, pflegte kaum Kontakte im Dorf, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Der Rega-Kadermann habe nicht von Geldsorgen gesprochen. Auch seine berufliche Laufbahn lässt keine Rückschlüsse zu: Vor der Rega arbeitete der 54-Jährige stets in führenden Position von Firmen im Gesundheitsbereich.

Rega-Vizepräsident Franz Steinegger verurteilt die Tat gegenüber der «Schweiz am Sonntag» – sie sei dem Image der Rega nicht zuträglich. Er hoffe aber, dass die Gönner verstehen, dass man vor groben Fehlleistungen von Mitarbeitern nie ganz gefeit sei.

Nach seiner Verhaftung am Dienstag dieser Woche beging der Leiter der Rega-Einsatzadministration in seiner Zelle Suizid. Er war nicht geständig. Die Staatsanwaltschaft Zürich liess aber durchblicken, dass man über erdrückende Beweise in dem Fall verfüge. Sie teilte zugleich mit, dass auch für den Verstorbenen die Unschuldsvermutung gelte.

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