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Europäische Weltraumbehörde: Die Schweiz übernimmt die Führung

Am Dienstag beginnt die Konferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Schweiz übernimmt das Präsidium – eine Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu demonstrieren.

Auch von Schweizern mitgeprägt: Ariane 5 beim Start in Französisch-Guyana. (Archivbild)
Auch von Schweizern mitgeprägt: Ariane 5 beim Start in Französisch-Guyana. (Archivbild)
Keystone

In Neapel beginnt am Dienstag die Ministerratskonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA, an der die Schweiz neben Luxemburg das Co-Präsidium der Behörde übernehmen wird.

Es geht in den nächsten zwei Tagen in Neapel um nichts weniger als die Zukunft der Weltraumforschung in Europa: Die Minister der 20 ESA-Mitgliedstaaten werden entscheiden, wie die Programme der ESA trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage langfristig durchgeführt und finanziert werden sollen.

Im Rahmen der Konferenz werden sie zudem der Schweiz und Luxemburg das gemeinsame Präsidium der Behörde übergeben. Die Schweiz ist Gründungsmitglied der ESA und übernimmt erstmals die Führungsrolle.

Für die Schweiz sei die Präsidentschaft «eine grosse Chance», sagte Kamlesh Brocard, Sprecherin des Bereichs Raumfahrt des Staatssekretariats für Bildung und Forschung (SBF), am Montag zur Nachrichtenagentur sda. «Die Schweiz kann dadurch im Ausland ihre Kompetenzen im Technologiebereich sichtbar machen.»

Nicht wenige Hightech-Geräte, die mit den ESA-Raketen und – Satelliten ins All fliegen, sind «made in Switzerland». Dazu gehören die äusserst präzisen Atomuhren auf den Galileo-Navigationssatelliten, aber auch Nutzlastverkleidungen für Ariane- Raketen. «Die Präsidentschaft hilft uns zu zeigen, dass wir können», sagte Brocard.

Gleichberechtigtes Mitglied

Die Schweiz erhofft sich zudem eine Signalwirkung an die Europäischen Union: Es gebe immer wieder Diskussionen über das Verhältnis von ESA und EU, etwa die mögliche Integration der Weltraumbehörde in die Staatengemeinschaft, sagte Brocard. Ein Nicht- EU-Staat in der Führungsposition betone die absolute Gleichberechtigung dieser Nicht-Mitglied-Staaten.

Auch die Finanzpolitik befindet sich in einer heissen Phase: 2014 tritt der neue Siebenjahres-Finanzplan der EU in Kraft. Er sieht unter anderem fast acht Milliarden Euro für die Fertigstellung des Galileo-Navigationssystems vor sowie Gelder für die übrige Weltraumforschung.

In diesem Umfeld könne die Schweiz ihre Stärken ausspielen, meint Brocard. Als Präsidentin muss sie die Stabilität und den Fortschritt der ESA-Programme in Staaten mit unterschiedlichen Interessen sicherstellen. Hier könnten «Schweizer Tugenden» wie Neutralität und Mediationskompetenz den Weg ebnen.

Handfester Nutzen der Weltraumforschung

Auch im eigenen Land erhofft sich das SBF eine positive Wirkung der prestigeträchtigen Rolle, indem Forscher, Nachwuchs und Hightech- Industrie bestärkt und ermutigt würden.

Letztlich zieht auch die Bevölkerung einen handfesten Nutzen aus der Raumfahrttechnologie – sei es zur Navigation, für den Handyempfang oder die Wettervorhersage. So bezahlt die Schweiz nur drei Prozent der Kosten des ESA-Wettersatellitensystems Meteosat, geniesst aber 100 Prozent des Nutzens seiner Daten und Programme.

SDA/ses

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