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Erdrutsch lässt Zug im Waadtland entgleisen

Viel Regen und stürmische Winde sorgen für ein «Hudelwetter» – bald schneit es auch in tieferen Lagen. Bei Moudon VD ist ein Personenzug in einen Erdhaufen gefahren und entgleist. Verletzt wurde niemand.

15 Passagiere waren in dem Zug: Der entgleiste Personenzug auf der Linie Palezieux- Payerne.
15 Passagiere waren in dem Zug: Der entgleiste Personenzug auf der Linie Palezieux- Payerne.
Keystone

Wegen eines Erdrutsches ist auf der Linie Palézieux-Payerne VD ein Personenzug entgleist. Die Bahn fuhr gegen 9.00 Uhr zwischen Ecublens-Rue und Moudon auf den Erdhaufen auf den Geleisen auf. Laut SBB-Angaben wurde niemand verletzt.

Die 15 Passagiere des stark beschädigten Zuges wurden evakuiert und per Bus weitertransportiert. Nach Angaben eines SBB-Sprechers wird es mehrere Tage dauern, bis die Strecke wieder befahrbar ist. Zwischen Moudon und Palézieux fahren Ersatzbusse.

Weitere Zugverbindungen unterbrochen

Über den Oberalppass fuhren wegen heftigen Schneefalls keine Züge. Die Bahnverbindung vom Wallis über Andermatt UR nach Disentis GR war den ganzen Samstag unterbrochen.

Geduld brauchten auch Autoreisende, die in den Skiferienort Engelberg OW wollten. Abgerutschter Schlamm, Holz und Geröll verschütteten am frühen Samstagmorgen die Zufahrtsstrasse nach Engelberg teilweise. Die Feuerwehr musste sie mit schwerem Gerät frei räumen, wie die Nidwaldner Polizei mitteilte.

Wegen des Erdrutsches kam es zu Verkehrsbehinderungen. Weil es in der Region von Engelberg heftig schneite, musste der Verkehr auf der Zufahrtsstrasse zudem während rund einer halben Stunde angehalten werden, damit die Strasse gepfadet werden konnte.

Im Baselbiet rückten wegen des starken Regens in mehreren Ortschaften die Feuerwehren aus. Sie mussten überschwemmte Keller auspumpen und Schutzmassnahmen wegen Bächen treffen, die über die Ufer zu treten drohten. Verletzt wurde niemand, die Höhe der Schäden lässt sich laut Polizei nicht abschliessend beziffern.

Dem Wetter fielen auch Veranstaltungen zum Opfer: In Grindelwald BE musste die für Sonntag geplante Velogemel-Weltmeisterschaft 2013 abgesagt werden, wie die Veranstalter mitteilten. Auch am Internationalen Ballonfestival von Château-d'Oex in der Nähe von Gstaad BE wurden sämtliche Flüge abgesagt.

Schneefall bis in tiefe Lagen

Laut dem Wetterdienst Meteonews erreichte in der Nacht auf heute eine Kaltfront den Alpenraum. Die Schneefallgrenze sinkt bis in tiefe Lagen, nachdem es in der Nacht noch heftig geregnet hatte. Gleichzeitig frischte der Wind auf, auch im Flachland massen die Wetterdienste zum Teil stürmische Böen.

In den Bergen wurden gar Windspitzen in Orkanstärke gemessen. Am heftigsten stürmte es mit 142 km/h über dem Glacier des Diablerets, Aber auch auf dem Säntis, dem Pilatus und dem Jungfraujoch wurden Windspitzen rund um 130 km/h verzeichnet. Im Flachland blies der Wind mit 65 bis 85 Kilometern pro Stunde.

Viel Schnee auf dem Säntis

Seit gestern fielen zudem reichlich Regen und Schnee. Spitzenreiter ist bei Meteonews der Säntis mit 76 Millimetern. Auf dem Waadtländer La Dôle wurden 62 Millimeter und auf dem Grossen St. Bernhard 58 Millimeter gemessen.

Die Meteorologen warnen wegen des beachtlichen Neuschneezuwachses in den Bergen vor einer kritischen Lawinensituation. Wegen starken Schneefalls wurde heute Morgen am Oberalppass der Zugsverkehr zwischen Nätschen auf der Urner und Tschamut-Selva auf der Bündner Seite des Passes eingestellt.

SDA/rbi

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