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Über tausend Meldungen bei Erdbebendienst

In Château-d'Oex VD hat heute Morgen die Erde gebebt. Das Beben dürfte laut dem Erdbebendienst in der ganzen Schweiz sprürbar gewesen sein.

Bisher keine Schäden gemeldet: Das Epizentrum des Bebens lag bei Château d'Oex VD.
Bisher keine Schäden gemeldet: Das Epizentrum des Bebens lag bei Château d'Oex VD.
Jean-Christophe Bott

Im Kanton Waadt hat heute Morgen die Erde gebebt. Der Schweizerische Erdbebendienst registrierte um 10.10 Uhr bei Château-d'Oex VD ein Beben der Magnitude 4,3 auf der Richterskala. Über Verletzte oder Schäden lagen zunächst keine Meldungen vor.

Das Beben dürfte in der ganzen Schweiz verspürt worden sein. Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Stärke durchaus möglich. Bislang wurde nichts über Schäden an der Verkehrsinfrastruktur bekannt, wie Strassen und Bahnlinien. Auch wurde nach aktuellem Kenntnisstand niemand verletzt.

«Ich habe ein Dröhnen gehört und Vibrationen gespürt», sagt ein Leser aus Monthey VS zur Zeitung «20 Minutes».

Anrufe aus weiter entfernten Regionen

Beim Erdbebendienst sind über tausend Meldungen eingegangen, wie Clotaire Michel, Seismologe beim Erdbebendienst, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Etwa 50 Anrufe kamen beispielsweise von Bulle FR und Villeneuve VD, 40 aus der Region Montreux und Vevey, etwa 30 aus Freiburg und 20 aus Aigle oder aus Sitten, sagte er. Aus der direkt betroffenen Region dagegen seien relativ wenig Meldungen eingegangen.

Bereits seit letztem Jahr sei die seismische Aktivität in der betroffenen Region erhöht, sagte Michel weiter. In den nächsten Wochen oder sogar Monaten müsse erfahrungsgemäss mit Nachbeben gerechnet werden. Diese dürften zwar in der Regel kleiner sein, aber es seien durchaus auch stärkere Erdstösse möglich. Die Magnitude von heute Morgen dürfte aber kaum mehr erreicht werden.

Das Epizentrum lag in der Nähe von Montreux VD. Bild: Screenshot Schweizerischer Erdbeebendienst
Das Epizentrum lag in der Nähe von Montreux VD. Bild: Screenshot Schweizerischer Erdbeebendienst

Ein Erdbeben mit einer Magnitude über 4,0 komme etwa einmal pro Jahr vor. Speziell sei in diesem Fall, dass sich das Erdbeben in der Nähe von bewohntem Gebiet ereignet habe. Mit einer Tiefe von vier Kilometern sei das Epizentrum relativ nahe an der Oberfläche gewesen und damit nahe bei den Gebäuden. «Das Schadenpotenzial ist deshalb höher», sagte er.

Vergleichbares Beben

Das letzte vergleichbare Erdbeben ereignete sich am Abend des vergangenen 6. Märzes bei Linthal GL. Es handelte sich damals mit einer Magnitude von 4,6 auf der Richterskala um das stärkste Beben seit über zehn Jahren. Rund 30 leichtere Nachbeben folgten dem stärksten Erdstoss.

Rund 5000 Menschen aus einem Umkreis von 200 Kilometern hatten damals die Hotline des Erdbebendienstes angerufen, um zu melden, dass sie den Erdstoss verspürt hatten. Die Webseite des Erdbebendienstes war zeitweise pro Minute von bis zu einer halben Million besorgter Bürgerinnen und Bürger aufgerufen worden.

Über 30 spürbare Erdbeben im 2016

Die Gebäudeversicherung GlarnerSach verzeichnete damals rund ein Dutzend Schäden. Allerdings handelte es sich ausschliesslich um «Bagatellfälle» wie zum Beispiel Risse in den Wänden, eine eingerissene Wasserleitung und ein eingestürzter Kamin.

2016 waren in der Schweiz insgesamt 31 spürbare Erdbeben registriert worden. Dies waren deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt von 23 solchen Ereignissen. Insgesamt ereignen sich pro Jahr bis zu 800 meist harmlose Erdstösse.

Mehrere Todesursachen

Das stärkste historisch dokumentierte Erdbeben in der Schweiz mit einer geschätzten Magnitude von 6,6 zerstörte 1356 grosse Teile Basels. Es richtete vergleichbar schwere Schäden an wie jenes in San Francisco im Jahr 1906. Käme es heute in Basel zu einem ähnlichen Beben, so wäre mit mehreren tausend Toten und Zehntausenden von Verletzten zu rechnen.

Beben mit einer Stärke um 6 sind gemäss dem Erdbebendienst alle 50 bis 150 Jahre möglich. Zum vorerst letzten Mal ereignete sich ein solcher Erdstoss 1946 bei Siders VS. Eine Person erlitt damals vor Schreck einen tödlichen Herzanfall, mehrere Menschen wurden verletzt. Glockentürme und Kamine stürzten ein. Gemäss dem Erdbebendienst ist ein solches Beben überall und jederzeit in der Schweiz möglich.

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