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Drogenkartelle verwandeln Nordmexiko in ein Schlachtfeld

Zustände wie im Krieg: Gefechte zwischen Regierungssoldaten und Kämpfern von Drogenbanden haben die Einwohner zweier nordmexikanischer Städte in Atem gehalten.

Eins von tausenden Opfern: Polizist mit einem Leichnam am 20. Oktober in Guadalupe nahe Monterrey.
Eins von tausenden Opfern: Polizist mit einem Leichnam am 20. Oktober in Guadalupe nahe Monterrey.
Keystone

Eltern liessen ihre Kinder nicht zur Schule gehen und Fabriken forderten ihre Arbeiter am Mittwoch auf, in den Innenräumen zu bleiben. Das amerikanische Konsulat in Nuevo Laredo warnte Bürger der USA davor, auf die Strasse zu gehen. Mindestens eine Strassenkreuzung in der Nähe des Konsulats sei von einer Gang blockiert, hiess es in der Mitteilung.

Ein Krieg zwischen den beiden Kartellen Gulf und Zetas hat in der Gegend im vergangenen Jahr zu einem massiven Anstieg der Gewalt geführt. Immer öfter errichten die Kämpfer Strassensperren aus gestohlenen Autos und Bussen. Nach Zeugenberichten zerrten die Gangster die Fahrer mit vorgehaltener Waffe aus den Wagen, um damit die Strasse zu blockieren. Die Schiesserei in der Stadt Reynosa führte zu einem riesigen Stau auf der Autobahn von Matamoros nach Monterrey.

Die Stadtbehörden forderten die Bewohner in einer Reihe von Meldungen über den Kurznachrichtendienst Twitter und auf Facebook dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben. Gegen Abend sandte die Stadtverwaltung von Nuevo Laredo dann eine Meldung mit einer Entwarnung. Die gefährliche Situation sei vorüber und die meisten Autos von der Strasse geräumt.

«Sie kämpfen mit allem, was sie haben»

Sowohl den lokalen wie auch den überregionalen Behörden lagen keine Meldungen über Tote oder Verletzte vor. Doch Einschusslöcher in Häusern und Autos sowie verstreute Patronenhülsen belegen die Heftigkeit der Gefechte. Apolinar Rodrigues, ein Anwohner, berichtete, er meine eine Granatenexplosion gehört zu haben. «Sie kämpfen mit allem, was sie haben», sagte er. «Wir durften für zweieinhalb Stunden das Gebäude nicht verlassen», berichtete die Fabrikarbeiterin Eva Lara.

In Matamoros warfen unbekannte eine Handgranate auf das Gelände einer Kaserne. Vier Personen seien dabei leicht verletzt worden, berichtete ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Sie würden innerhalb der Kaserne behandelt.

Tausende Todesopfer durch Drogenkrieg

Das Gebiet entlang der Grenze zwischen Mexiko und dem US-Staat Texas ist eines der gewalttätigsten Kampffelder des Drogenkriegs geworden. Häufig kommt es in den Städten zu Feuergefechten. Bei einem der schlimmsten Übergriffe wurden im August in der Nähe von Matamoros 72 illegale Einwanderer ermordet, offenbar weil sie sich geweigert hatten für die Zetas zu arbeiten. Etliche Bürgermeister sowie ein Gouverneurskandidat wurden ermordet.

Seit Präsident Felipe Calderon im Dezember 2006 den Drogenkartellen den Krieg erklärt hatte und im Norden des Landes sowie entlang der Pazifikküste verstärkt Soldaten für den Kampf gegen die Kartelle stationierte, sind landesweit über 28'000 Menschen der Drogengewalt zum Opfer gefallen.

dapd

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