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Aargauer Drogenarzt stellte viel zu hohe Rechnungen

Ein Arzt aus dem Kanton Aargau wurde verurteilt, weil er Patienten illegale Betäubungsmittel abgab. Zudem stellte er ihnen auffällig hohe Beträge in Rechnung.

Der damals 81-jährige Arzt musste sich 2016 wegen Handels mit illegalen Betäubungsmitteln vor Gericht verantworten: Bezirksgericht Zurzach.
Der damals 81-jährige Arzt musste sich 2016 wegen Handels mit illegalen Betäubungsmitteln vor Gericht verantworten: Bezirksgericht Zurzach.
Kanton Aargau

Ein Arzt aus Zurzach im Kanton Aargau stand 2016 vor Gericht, weil er Drogen an seine zum Teil schwer abhängigen Patienten verkauft hatte. Der damals 81-Jährige wurde in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen, das Gericht verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer bedingten Busse von 3000 Franken. Die Bewährungsfrist beträgt vier Jahre.

Ein Berufsverbot wurde nicht verhängt. Das Gericht begründete den Entscheid damit, dass sich das Gesundheitsdepartement um die Angelegenheit kümmern solle. Bis heute geht der Arzt jedoch weiterhin seiner Tätigkeit nach. «Das Gesundheitsdepartement hat aktuell keine Hinweise auf weitere Verfehlungen», sagte ein Sprecher zur «Aargauer Zeitung». Ein Entscheid über ein allfälliges Berufsverbot sei voraussichtlich bis nach Jahresende zu erwarten.

Auffällig hohe Kosten

Auch dem Dachverband der Krankenversicherer Santésuisse ist der Arzt unabhängig vom Gerichtsurteil aufgefallen, wie die «Aargauer Zeitung» weiter schreibt. Im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung stellte sich heraus, dass er seinen Patienten wesentlich höhere Beträge in Rechnung stellte als seine Kollegen aus der Region. Die genauen Zahlen könne Santésuisse aus Datenschutzgründen nicht bekannt geben.

Die hohen Beträge sind laut einer Sprecherin auch nach Aufforderung an den Arzt, diese zu begründen, nicht nachvollziehbar gewesen. Nun sei er verpflichtet, die Kosten innert nützlicher Frist zu senken.

Nicht nur, dass der Arzt seinen Patienten illegale Betäubungsmittel verkauft hatte, er wurde auch verurteilt, weil er nach der Praxiseröffnung im Jahr 2008 ohne Bewilligung Medikamente abgegeben hatte. Dafür sei er bereits im Herbst 2014 vom Aargauer Gesundheitsdepartement gebüsst worden, wie es im Bericht weiter heisst. Im Juli dieses Jahres hat das Departement ein Aufsichtsverfahren gegen den heute 82-Jährigen eingeleitet.

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