Drittes Fahrzeug in Chamoson mitgerissen – Polizei sucht Zeugen

Im Wallis sorgte heftiger Regen seit Sonntag für Erdrutsche und Überschwemmungen. Nach zwei Menschen wird noch immer gesucht.

Unwetter im Wallis führen zu grossen Problemen. (Video: Leserreporter «20 Minuten»/Tamedia)

Im Wallis ist bei der Flut- und Schlammwelle des Bachs Losentse in Chamoson am Sonntagabend ein drittes Fahrzeug mitgerissen worden. Es stand am selben Ort wie die beiden bekannten weggeschwemmten Fahrzeuge, davon eines mit zwei Insassen.

Das dritte vom Bach weggerissene Auto war ebenfalls beim Weiler Le Châtelard parkiert, als sich die Wassermassen heranwälzten, wie die Kantonspolizei am Dienstagabend aufgrund einer Auswertung von Videos Privater mitteilte. Ob jemand in ihm sass, konnte die Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA nicht sagen.

In einem der drei weggeschwemmten Autos sassen ein sechsjähriges Mädchen aus Frankreich und ein 37-jähriger Genfer. Die Suche nach ihnen blieb am Dienstag erfolglos. Die Polizei bat um Hinweise.

Die Chancen, die beiden Personen lebend zu finden, sind laut Rettungschef Benoît Dorsaz «gleich null». Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zum genauen Hergang des Unglücks eingeleitet. Aufräumarbeiten, zum Teil mit schwerem Gerät, liefen.

Seit Sonntagabend versuchen die Rettungsdienste bislang erfolglos, das Auto zu finden, in dem die beiden in den Fluten gefangen waren. Der Wagen wurde vom Fluss Losentse im Weiler Le Châtelard bei Chamoson mitgerissen, nachdem dieser über die Ufer getreten war. Laut Polizeisprecher Stéphane Vouardoux befand sich das Auto mit den beiden Personen an Bord bei Ankunft der Flutwelle im Stillstand.

Die Schlammlawine bahnte sich unaufhaltsam einen Weg durch das Flussbett des Losentse. (12. August 2019) Foto: Jean-Christophe Bott/Keystone

Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich zwei weitere Personen in der Nähe des Flussufers, darunter die Mutter des Mädchens und deren Freundin mit Wohnsitz im Wallis. Sie entkamen der Tragödie.

Der wild gewordene Fluss schwemmte ein weiteres Fahrzeug ohne Insassen weg. Im Verlauf der Nacht wurde dieses in der Nähe eines Schiessstandes ausserhalb Chamoson, etwas mehr als einen Kilometer vom Unglücksort entfernt, gefunden.

Die Suche nach den Vermissten ging am Montag weiter. Die örtliche Polizei, Hilfskräfte und zahlreiche Feuerwehrleute waren mit rund 70 Personen im Einsatz. Auch ein Helikopter und Drohnen beteiligten sich an den Sucharbeiten.

Die Einsatzkräfte suchen am Montag nach den vermissten Personen. (12. August 2019) Foto: Jean-Christophe Bott/Keystone

Bereits vor rund einem Jahr hatte sich eine Schlammlawine auf Chamoson hinuntergewälzt. Auslöser war allerdings ein anderer Bach. Verletzt wurde niemand, aber es gab erhebliche Sachschäden. Der betroffene Bach ist inzwischen für fünf Millionen Franken gesichert worden und am Sonntag nicht über die Ufer getreten.

«In Chamoson müssen wir mit diesen Naturgefahren leben», sagte der Gemeindepräsident Claude Crittin. Es seien weitere Investitionen nötig, um das Gebiet zu sichern.

Das Wrack des unbesetzten Fahrzeuges wurde in der Nähe eines Schiessstandes ausserhalb Chamoson gefunden. Foto: Denis Balibouse/Reuters

red/sda

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