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Die Zahl der Patienten mit Atemwegleiden steigt sprunghaft

Erneut Smogalarm in Peking: Wegen der ungewöhnlich hohen Schadstoffbelastung hat Chinas Hauptstadt wieder den Luftnotstand ausrufen müssen. Die Notaufnahme des Boai-Spitals hat viel zu tun.

Das Nationaltier im Smog: Ein Passant stösst sein Fahrrad an einer Panda-Statue in Peking vorbei. (23. Januar 2013)
Das Nationaltier im Smog: Ein Passant stösst sein Fahrrad an einer Panda-Statue in Peking vorbei. (23. Januar 2013)
Keystone
Die Sichtverhältnisse sind zu schlecht: Diese Maschine auf dem Flughafen Peking kann wegen des Smogs nicht starten. (28. Januar 2013)
Die Sichtverhältnisse sind zu schlecht: Diese Maschine auf dem Flughafen Peking kann wegen des Smogs nicht starten. (28. Januar 2013)
Reuters
Diese gibt es inzwischen sogar in modisch-scherzhafter Gestaltung: Zwei Frauen ausserhalb eines Vergnügungsparks in Peking. (12. Januar 2013)
Diese gibt es inzwischen sogar in modisch-scherzhafter Gestaltung: Zwei Frauen ausserhalb eines Vergnügungsparks in Peking. (12. Januar 2013)
Keystone
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Der schwere Smog macht Peking und anderen chinesischen Städte seit Wochen Probleme. Kinder, Alte und Kranke sollten bei der «schlimmen Luftverschmutzung» gar nicht vor die Tür gehen, rieten die Stadtbehörden.

Auch gesunde Menschen sollten Freiluft-Aktivitäten vermeiden. Gewarnt wurde vor starken Irritationen und Symptomen, die Krankheiten auslösen. In den Spitälern stieg die Zahl der Patienten mit Atemwegleiden sowie Herz- und Kreislauferkrankungen sprunghaft.

Alte Menschen und Kinder mit Atemproblemen

In der Notaufnahme des Pekinger Boai-Spitals nahm die Zahl der Patienten mit Atemwegproblemen um das Zwei- bis Dreifache zu, wie Zeitungen berichteten. Meist seien es alte Menschen und Kinder. «Die gegenwärtigen Umweltprobleme sind besorgniserregend», stellte der neue Pekinger Bürgermeister Wang Anshun fest.

Viele Menschen tragen Atemschutzmasken. Der besonders gefährliche Feinstaub, der über die Lunge direkt ins Blut gelangen kann, erreichte in Peking das 20-Fache des von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Grenzwertes.

Der Luftindex der US-Botschaft in Peking stieg erstmals wieder über die Höchstgrenze. Die Botschaft warnte vor «sehr gefährlicher Luft» in der 20-Millionen-Metropole.

Keine Besserung vor dem Wochenende

Trotz des schlimmen Smogs riefen die Behörden allerdings nur die dritthöchste Alarmstufe «Gelb» aus. Ein Drittel der Dienstwagen sollte nicht fahren. Rund 100 Fabriken sollen angewiesen werden, bis Donnerstagabend die Produktion einzustellen.

Bestimmte Arbeiten auf Baustellen oder Abbrucharbeiten sollen ausgesetzt werden, hiess es nach einer Krisensitzung. Erst zum Ende der Woche könnte Wind den Pekingern wieder etwas frische Luft bringen, sagen Meteorologen.

Nach offiziellen Angaben stammt der gefährliche Feinstaub mit einem Durchmesser bis 2,5 Mikrometer in Peking zu 22 Prozent vom Strassenverkehr, zu 17 Prozent vom Kohleverbrauch und zu 16 Prozent vom Staub der vielen Baustellen. Ein Viertel trage die Luftverschmutzung aus den umliegenden Regionen bei.

Unter 100 Meter Sicht

In der Bevölkerung wächst die Sorge um die eigene Gesundheit und der Ärger über die Unfähigkeit der Behörden. Auch Staatsmedien übten Kritik.

«Was ist eine Weltstadt?», fragte die «China Daily»: «Es sollte ganz bestimmt weder eine Stadt sein, die an den meisten Wintertagen unter einer Smogglocke liegt, noch eine Stadt, deren Strassen von Verkehr verstopft sind.» Der Mangel an Planung und Aufmerksamkeit für Probleme der Stadtentwicklung sei katastrophal.

Wegen dichten Smogs im Osten Chinas wurden sogar mehrere Flüge abgesagt. Aufgrund schlechter Sicht strich Air China am Flughafen der Hauptstadt Peking 14 Inlandsflüge. Der Airport der Stadt Qingdao wurde komplett geschlossen, dort fielen 20 Flüge aus. In einigen Gegenden lag die Sichtweite unter 100 Metern, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

sda/dapd/fko

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