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Die Nebenbuhlerin in den Tod gelockt

Eine Fallschirmlehrerin aus Belgien lud eine Freundin zu einem Fallschirmsprung ein – und manipulierte vorher den Fallschirm. Jetzt muss sie 30 Jahre ins Gefängnis.

Das Gericht bezeichnete die Beweislast als «erdrückend»: Die Verurteilte am Mittwoch vor Gericht.
Das Gericht bezeichnete die Beweislast als «erdrückend»: Die Verurteilte am Mittwoch vor Gericht.

Weil sie aus Eifersucht eine Rivalin mit dem Fallschirm in den Tod geschickt hat, muss eine 26 Jahre alte Belgierin für 30 Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Brüssel verurteilte die Frau am Donnerstag zu der hohen Haftstrafe. Bereits am Mittwoch war sie wegen Mordes für schuldig befunden worden.

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die Lehrerin vor vier Jahren den Fallschirm einer Freundin manipuliert hatte, die den selben Mann liebte. Beim Sprung mit dem Schirm stürzte die Freundin vor den Augen der Täterin und des gemeinsamen Liebhabers in den Tod.

Gemeinsam mit dem Liebhaber gesprungen

Der Prozess hat in Belgien grosse Aufmerksamkeit erregt. Noch am Mittwoch hatte sich die Angeklagte für unschuldig erklärt. «Vier Jahre werde ich wegen etwas beschuldigt, was ich nicht getan habe», sagte sie. Sie bat die Geschworenen um Gnade. Der Richter blieb mit dem Strafmass unter der Höchststrafe von lebenslang. Er erkannte den instabilen Gemütszustand der Lehrerin als mildernden Umstand an.

Bereits vor vier Jahren beherrschte das tödliche Liebesdrama die Schlagzeilen: Im November 2006 sprangen die beiden guten Freundinnen gemeinsam mit dem umkämpften Liebhaber sowie einem weiteren Mann aus rund 4500 Metern Höhe aus einem Kleinflugzeug in Ostbelgien. Die Mitglieder eines Fallschirmspringervereins wollten bei dem Trainingssprung eine Choreografie einüben. Als das Signal zum Öffnen der Fallschirme gegeben wurde, gelang es dem Opfer nicht, den Haupt- oder den Reservefallschirm zu öffnen.

Eine an der Ausrüstung des Opfers angebrachte Kamera zeichnete den dramatischen Fall der verheirateten Mutter zweier Kinder auf. Der Verdacht gegen die mutmassliche Täterin kam auf, nachdem sie rund einen Monat nach dem Vorfall versuchte, sich vor einer zweiten Vernehmung das Leben zu nehmen. Weitere Ermittlungen ergaben, dass die beiden Frauen ein Verhältnis mit demselben Mann hatten. Laut Staatsanwaltschaft durchtrennte die Täterin zwei lebenswichtige Leinen am Fallschirm des Opfers. Die Jury sah die Beweislage als erdrückend an.

dapd/oku

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