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«Die Mädchen ruhen in Frieden»

Ein angeblich entdeckter Brief schmälert die Chance, dass die vermissten Zwillinge Alessia und Livia noch leben. Das Schreiben, das der Vater vor seinem Suizid aufgab, erscheint allerdings widersprüchlich.

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Grossaufgebot: 140 Personen sowie Polizisten mit Spürhunden durchforsten das Gebiet rund um den Bach Boiron.
Grossaufgebot: 140 Personen sowie Polizisten mit Spürhunden durchforsten das Gebiet rund um den Bach Boiron.
Keystone
Jeder Winkel wird durchleuchtet: Polizist und Leichenspürhund verfolgen eine Spur.
Jeder Winkel wird durchleuchtet: Polizist und Leichenspürhund verfolgen eine Spur.
Keystone
Suche zu Wasser: Auch Boote kommen bei der Suche auf dem Genfersee in der Nähe von Tolochenaz zum Einsatz.
Suche zu Wasser: Auch Boote kommen bei der Suche auf dem Genfersee in der Nähe von Tolochenaz zum Einsatz.
Keystone
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Wie die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtet, habe der Vater der vermissten Zwillinge vor seinem Selbstmord zwei Briefe aufgegeben. Eine Korrespondenz wurde im italienischen Cernignola aufgegeben und beinhaltet eine schreckliche Nachricht: «Die Mädchen ruhen in Frieden, sie mussten nicht leiden».

Den zweiten Brief habe der Vater im französischen Toulon aufgegeben. Er schrieb, dass er zunächst die beiden Kinder und später sich selbst töten wolle. «Seltsamerweise» habe er in dem Schreiben gleichzeitig die Zwillinge als seine Erben benannt, berichtete die Zeitung.

Mann kehrte alleine aufs Festland zurück

Erst an den folgenden Stellen der darin festgelegten Erbfolge stünden seine Mutter, seine Schwester und sein Bruder. Nach Angaben der Zeitung wurde über den Brief bisher nicht öffentlich berichtet, um mögliche Zeugen nicht von Aussagen abzuhalten.

Von den beiden Sechsjährigen fehlt seit gut einer Woche jede Spur. Zeugen hatten sie zuletzt gemeinsam mit ihrem Vater auf einer Fähre aus der französischen Hafenstadt Marseille nach Korsika gesehen. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, kehrte der Mann allerdings allein auf das französische Festland zurück. In der vergangenen Woche nahm er sich dann im Südosten Italiens das Leben. In der Schweiz selbst wurde die Suche nach den Kindern inzwischen eingestellt. Die Behörden konzentrieren sich auf Korsika.

Geschockte Eltern

Erstmals haben sich auch die Eltern und Geschwister des Vaters der verschwundenen Zwillinge aus St-Sulpice VD zu Wort gemeldet. Sie zeigten sich in einem Communiqué überzeugt, dass ihr Sohn und Bruder unter einer «schweren seelischen Störung» gelitten haben müsse.

Nur der «Verlust seiner normalen Persönlichkeit» in dieser Zeit könne erklären, dass er «so schreckliche Taten vollbringen konnte», hiess es in der Medienmitteilung vom Freitagmorgen weiter. Sie hätten ihn «immer als liebevollen und fürsorglichen Vater erlebt», dem seine Familie alles bedeutet habe, hiess es weiter.

«Bestürzt und voller Sorge»

Die Eltern und Geschwister äusserten sich weiter «bestürzt und voller Sorge» über die Geschehnisse der letzten Tage. Sie litten unter dem Tod ihres Sohnes und Bruders und dem «ungewissen Schicksal unserer beiden Nichten und Enkelinnen».

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der 43-jährige Vater seine Flucht offenbar geplant hatte. Nach Angaben der Waadtländer Kantonspolizei und des Onkels der Kinder konsultierte er mehrere Internetseiten zu den Themen Suizid, Waffen und Gifte.

Selbstmord am 3. Februar

Nur Tage nach den Recherchen, am 30. Januar, hätte der Mann seine Töchter zur Mutter zurückbringen sollen, was er aber nicht tat. Seither gelten die Kinder als vermisst; der Vater nahm sich am 3. Februar bei Cerignola in Süditalien das Leben.

Die Mädchen waren von Zeugen auf einer Fähre von Marseille nach Korsika zum letzten Mal gesehen worden. Demnach befanden sich die Kinder in der Nacht vom 31. Januar auf den. 1. Februar auf dem Schiff.

(SDA)

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