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Die grösste Schwulenparade in Nahost

Die israelische Mittelmeermetropole Tel Aviv wurde für Stunden zum Treffpunkt der Homosexuellen.

Zehntausende Schwule, Lesben, Bisexuelle sowie Schaulustige zogen am Freitag friedlich durch die Innenstadt - eine Rekordteilnahme seit die Parade 1998 zum ersten Mal stattfand.

Flaggen in Regenbogenfarben, schrille Outfits der Drag Queens, jede Menge Fantasiekostüme und glitzernde Körper verwandelten die weisse Stadt, wie Tel Aviv wegen seiner vielen Häuser im Bauhaus- Stil genannt wird, in ein Festival der Farben.

«Ich träume davon, dass ich auch in Israel heiraten kann und dass wir von der Gesellschaft anerkannt werden», sagte die 34 Jahre alte Zehorit Sorek. «Wir haben ein Problem, weil wir eine lesbische und eine religiöse Identität haben. Wir möchten Teil beider Gruppen sein. Wir sind stolz, lesbisch und religiös zu sein.»

Hunderte Polizisten und Sicherheitskräfte waren nach Angaben eines Polizeisprechers im Einsatz. Es habe keinerlei Warnungen gegeben, dass streng Gläubige die Parade stören wollten.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer zu Beginn der Parade der beiden Jugendlichen, die im vergangenen August beim Anschlag auf ein von Schwulen und Lesben besuchtes Zentrum getötet wurden.

«Gay Capital»

Nach Angaben eines israelischen Homosexuellen-Verbandes sind etwa ein Viertel der 400'000 Einwohner von Tel Aviv Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender (Menschen, die sich mit der zugewiesenen Geschlechtsrolle nicht wohlfühlen). Die Tourismusbranche wirbt mit dem Slogan «Gay Capital» (Schwulenhauptstadt) für die Mittelmeermetropole.

In Israel gilt als einzigem Land im Nahen Osten seit 2001 ein Antidiskriminierungsgesetz. Homosexuelle Paare, die im Ausland geheiratet haben, können beispielsweise ihre Ehe registrieren und anerkennen lassen.

Anders als in dem weitgehend toleranten Tel Aviv treffen gleichgeschlechtliche Paare in anderen Landesteilen wie beispielsweise in Jerusalem oft auf Vorbehalte und Ablehnung.

SDA

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