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Die Familie von Michael Brown gibt nicht auf

Die Angehörigen des in Ferguson getöteten schwarzen Teenagers planen eine Zivilklage gegen den Todesschützen Darren Wilson.

Wollen den Schützen nicht straffrei davon kommen lassen: Michael Brown Senior (rechts) und sein Anwalt. (5. März 2015)
Wollen den Schützen nicht straffrei davon kommen lassen: Michael Brown Senior (rechts) und sein Anwalt. (5. März 2015)
Keystone

Die Familie des getöteten schwarzen US-Teenagers Michael Brown plant eine Zivilklage gegen den weissen Polizisten Darren Wilson. Auch die Stadt Ferguson werde auf Schadenersatz verklagt, teilte der Anwalt Anthony Gray am Donnerstag mit.

Wilson habe keinen Grund gehabt, den unbewaffneten Jugendlichen am helllichten Tag zu erschiessen. Die Zivilklage wegen «widerrechtlicher Tötung» werde «sehr bald» eingereicht, sagt Gray.

Wilson hatte den 18-jährigen Brown Anfang August in Ferguson nach einem Handgemenge mit mehreren Kugeln getötet. Strafrechtlich drohen Wilson, der den Polizeidienst inzwischen quittiert hat, keine Konsequenzen mehr.

Das US-Justizministerium hatte am Mittwoch ein Verfahren wegen Verletzung von Bürgerrechten aus Mangel an Beweisen eingestellt. Bereits im November hatte eine Grand Jury aus Laienrichtern entschieden, dass die Beweise für eine Anklage nicht ausreichen.

Der Tod des Teenagers und der spätere Verzicht auf einen Strafprozess gegen den Polizisten hatten in Ferguson und zahlreichen anderen Städten der USA zu teils gewalttätigen Protesten geführt. An dem Fall entzündete sich eine landesweite Debatte über Rassismus und Polizeigewalt.

Die mehrheitlich afroamerikanische Bevölkerung von Ferguson fühlt sich von der überwiegend weissen Polizeitruppe systematisch diskriminiert.

Ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht des US-Justizministeriums bestätigte eine routinemässiges Schikanieren von Afroamerikanern in der Vorstadt von St. Louis im Bundesstaat Missouri.

Justizminister Eric Holder erklärte, dass Ferguson eine «zutiefst gespaltene Gemeinde» sei, in der oftmals «Misstrauen und Feindseligkeit» den Umgang zwischen Bevölkerung und Polizei prägten. «Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wie ein einziger tragischer Vorfall die Stadt wie ein Pulverfass hochgehen liess», sagte er.

(SDA)

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