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14 Kilometer Stau am Gotthard – Rekord für Karfreitag

Reisende Richtung Süden haben sich am Karfreitag so lange gedulden müssen wie noch nie. Am Tag darauf beruhigte sich die Verkehrslage.

Dauerstau seit über einem Tag: Autos am Gotthard um 19:36 Uhr. (14. April 2017)
Dauerstau seit über einem Tag: Autos am Gotthard um 19:36 Uhr. (14. April 2017)
Webcam TCS
Geduldsprobe: Der Oster-Stau vor dem Gotthard-Nordportal bei Silenen. (14. April 2017)
Geduldsprobe: Der Oster-Stau vor dem Gotthard-Nordportal bei Silenen. (14. April 2017)
Alexandra Wey, Keystone
Reisenden wurde empfohlen, über die A13 via San Bernardino auszuweichen.
Reisenden wurde empfohlen, über die A13 via San Bernardino auszuweichen.
20 Minuten, Leserreporter
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Der Stau am Gotthard erreichte mit 14 Kilometern eine Rekordlänge für diesen Feiertag. Die Wartezeit betrug zweieinhalb Stunden. Am Karsamstag beruhigte sich die Verkehrslage: Am Morgen meldete der TCS keinen Stau vor dem Nordportal, gegen Mittag stauten sich die Autos auf einer Länge von drei Kilometern.

Grund für den grossen Ansturm am Karfreitag waren wohl vor allem die schlechten Oster-Wetterprognosen für die Alpennordseite. Auch die SBB verzeichnete eine grosse Nachfrage: Viele Züge waren ausgebucht, es wurden Extrazüge eingesetzt.

Stau die ganze Nacht über

Die ersten Blechschlangen am Gotthard bildeten sich bereits am Vortag um 6 Uhr früh. Seither hat sich gemäss dem Verkehrsinformationsdienst Viasuisse der Stau nicht mehr aufgelöst. Am kürzesten war der Stau gegen halb vier Uhr am Freitagmorgen mit vier Kilometern und 45 Minuten Wartezeit.

Bereits um 6.30 Uhr am Freitagmorgen war die Blechlawine vor dem Gotthard-Nordportal dann 14 Kilometer lang. Dies sei ein Rekordwert für einen Karfreitag, bestätigte Angela Pasquariello von Viasuisse gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Erst gegen 16 Uhr wurden die Kolonnen langsam kürzer. Um 20 Uhr war die Strecke schliesslich wieder frei befahrbar.

Bei dieser Rekordzahl haben TCS-Mitarbeiter gleich rekordmässige Wartezeiten vermutet.

Auch Alternativrouten verstopft

Auch auf den Alternativrouten mussten sich die Autofahrer gedulden. Auf der A3 Richtung Chur standen Reisende bis um 12 Uhr ab Niederurnen bis zum Kerenzerberg-Tunnel wegen eines Unfalls über eine Stunde im Stau. Auf der San-Bernardino-Route betrug der Zeitverlust ab Chur bis zum San-Bernardino-Tunnel eine Stunde. Zudem musste der San-Bernardino-Tunnel wegen eines Pannenfahrzeuges vorübergehend gesperrt werden.

Auch die Zufahrt zum Grossen St. Bernhard war am Freitag verstopft mit Wartezeiten von bis zu 45 Minuten. Wer über den Mont-Blanc-Tunnel auswich, stand indes zwei Stunden im Stau. Auf vielen Alpenpässen besteht noch Wintersperre, weshalb die Wege in den Süden eingeschränkt sind.

Kurz vor 19 Uhr staute sich der Verkehr zwischen Luzern und dem Gotthard auf einer Länge von 4 Kilometern. Die Wartezeit betrug bis zu 40 Minuten.

Ansturm auf Gotthard-Bahnlinie

Die schlechten Wetterprognosen für den Norden dürften viele Kurzentschlossene in den Süden locken. So vermerken die SBB einen grossen Ansturm Richtung Süden, viele Züge seien bereits ausgebucht, wie Viasuisse weiter schreibt. Es gibt Extrazüge, die SBB informiert hier.

Der Weg in Richtung Süden ist dieses Jahr für Autofahrer besonders lang. Das schöne Wetter im Tessin lockt Tausende auf die Strasse. Erschwerend kam am Donnerstag ein Unfall im Seelisbergtunnel der A2 dazu, der den Verkehr schon weit vor dem Gotthard stoppte. Der Selbstunfall ereignete sich um 16.15 Uhr in der Röhre Richtung Gotthard, kurz vor dem Tunnelausgang bei Seedorf UR. Die 64-jährige Automobilistin wurde beim Unfall schwer verletzt, wie die Urner Kantonspolizei mitteilte.

Stau lohnt sich

Es lohne sich vom Wetter her gesehen durchaus, über die Ostertage in den Süden zu fahren und den Osterstau in Kauf zu nehmen, schreibt der Wetterdienst Meteonews. Im Süden gebe es von Karfreitag bis Ostermontag viel Sonne und tagsüber warme Temperaturen zwischen etwa 20 und 23 Grad.

Im Norden dagegen ist es von Karsamstag bis Ostermontag sehr wechselhaft mit gelegentlich etwas Sonne und im Flachland vereinzelten Regengüssen. Dies wirkt sich auch auf die Temperaturen aus. Von Samstag bis Montag prognostiziert Meteonews im Osten etwa 12 bis 14 Grad, im Westen 14 bis 17 Grad.

Die Schneefallgrenze fällt am Samstag auf etwa 1500 bis 1700 Meter und am Sonntag und Montag sogar auf 1000 bis 1300 Meter. Grund für für die Wettersituation sind nordwestliche Höhenwinde. Dabei gerät der Süden in den Schutz der Alpen und profitiert zeitweise auch von Nordföhn.

SDA/chi/chk/fal

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