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Dann verschwand der Kinderschänder

Eine unerträgliche Geschichte, Teil 4: Nach sechs Jahren Prozess erhalten die Opfer des Vergewaltigers endlich recht, der Mann wird verurteilt. Im Gefängnis sitzt er bis heute nicht. Wie konnte das passieren?

«Eine totale Nullrunde»: Für das Opfer war der lange Prozess umsonst.
«Eine totale Nullrunde»: Für das Opfer war der lange Prozess umsonst.
Keystone

November 2012. Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seit Yvonne* schwer missbraucht wurde. Diese Jahre sind ausgelöscht, wenn die Panikattacken kommen, die Erstickungsanfälle und Blutungen. Zwar ist der Missbrauch vorbei, der Prozess, die Befragungen. Doch zu Ende ist es für Yvonne noch nicht.

Nach sechs Jahren sind alle Beschwerden abgewiesen. Auch ein Gesuch um Haftaufschub, wogegen der Täter nochmals Rekurs einlegt, dem wiederum nicht nachgekommen wird. Mit dem letzten Verdikt im Februar 2012 liegt endlich ein rechtskräftiges Urteil vor. Der Täter wird zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt, Huber muss ins Gefängnis. Yvonne fängt an, sich mit der Geldfrage auseinanderzusetzen. Rund 100'000 Franken Genugtuung und Entschädigung stehen ihr zu. Von Huber, wegen seiner Adipositas vollinvalid, ist kein Geld zu erwarten. Für solche Fälle gebe es die Opferhilfe, sagte man ihr während des Prozesses. Noch im Januar hatte sich Yvonnes Anwältin erkundigt, wie sie ihr Geld denn anzulegen gedenke. Und Yvonne hatte sich informiert. Vielleicht die Ausbildungsschulden abtragen. Oder ausgedehnte Ferien auf einer Insel machen.

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