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Chilenisches Militärflugzeug stürzt in Pazifik

Die Militärmaschine hatte vergeblich versucht, bei starkem Wind auf dem Flugplatz der Insel Robinson Crusoe zu landen. Danach war das Flugzeug abgestürzt. Alle 21 Passagiere kamen vermutlich ums Leben.

Konnten bisher nur wenig Bergen: Soldaten bringen ein Fahrwerk zu einem Kriegsschiff. (3. September 2011)
Konnten bisher nur wenig Bergen: Soldaten bringen ein Fahrwerk zu einem Kriegsschiff. (3. September 2011)
Keystone

Ein chilenisches Militärflugzeug mit 21 Menschen an Bord ist am Freitag über dem Pazifik abgestürzt. Verteidigungsminister Andrés Allamand schloss am Samstagabend aus, dass es Überlebende geben könnte. Vier Leichen wurden bisher in den Gewässern um das Juan-Fernández-Archipel geborgen. «Der Aufschlag muss dermassen stark gewesen sein, dass alle Insassen sofort gestorben sein müssen», erklärte Allamand. Der Pilot hatte zweimal vergeblich versucht, bei starkem Wind auf dem Flughafen der Insel Robinson Crusoe zu landen. Dann brach der Funkkontakt ab. Die Insel liegt rund 670 Kilometer vor der chilenischen Küste.

Der chilenische Präsident Sebastian Piñera zeigte sich erschüttert. «Das ist ein Schlag für unser Land. In diesen Zeiten des Kummers und der Unsicherheit ist Einigkeit das wichtigste», sagte er.

Erst vier Leichen gefunden

Der Leiter der Bergungsaktion, Luftwaffengeneral Maximiliano Larraechea, gab an, die Leichen von zwei Frauen und zwei Männern seien von Fischerbooten gefunden und bereits nach Santiago de Chile gebracht worden. Es sei auch das Signal einer Alarmboje der zweimotorigen CASA C-212 empfangen worden.

Etwa 2000 Meter von der Landebahn entfernt wurde eine Flugzeugtür im Wasser schwimmend gefunden. Die Küstengewässer sind am vermuteten Unfallort zwischen 50 und 100 Meter tief. Eine Fregatte der chilenischen Kriegsmarine und mehrere Flugzeuge nahmen an der Suche teil.

Bekannter TV-Moderator an Bord

An Bord waren Behördenangaben zufolge auch der chilenische Fernsehmoderator Felipe Camiroaga und vier Mitglieder seiner TV-Crew. Er wollte für eine Morgensendung einen Beitrag darüber drehen, wie der Wiederaufbau von Juan Fernández nach dem schweren Erdbeben und dem anschliessenden Tsunami im Februar 2010 vorangeht.

Damals wurde die Hauptstadt der Insel schwer beschädigt. In dem Flugzeug sass auch der Unternehmer Felipe Cubillos, Sohn eines ehemaligen Aussenministers des Diktators Augusto Pinochet und Schwager des Verteidigungsministers Allamand.

Auf der damals einsamen Insel lebte Anfang des 18. Jahrhunderts der schottische Seemann Alexander Selkirk, der Daniel Defoe zu seinem Roman «Robinson Crusoe» anregte - nach dem später die Insel benannt wurde.

Erneute Beisetzung Salvador Allendes verschoben

Die ursprünglich für Sonntag geplante Beisetzung des ehemaligen chilenischen Präsidenten Salvador Allende wurde wegen des Unglücks auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Dies teilte die Allende-Stiftung mit.

Die Überreste des Präsidenten waren im Mai exhumiert worden, um die genaue Todesursache festzustellen. Demnach beging der damalige Präsident 1973 am Tag des Militärputschs gegen seine Regierung Selbstmord.

SDA/kpn

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