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Bundesratssitzungen dauern auf Französisch länger

Glaubt man einer Broschüre des Bundes, müssen die Bundesräte aus der Romandie bis zu zehn Stunden ausharren – doppelt so lange wie ihre Kollegen. Seltsam für ein Gremium, das gemeinsam tagt.

Unterschiedliche Angaben zur Sitzungsdauer: Der Bundesrat am 11. Januar 2012 im Bundesratszimmer.
Unterschiedliche Angaben zur Sitzungsdauer: Der Bundesrat am 11. Januar 2012 im Bundesratszimmer.
Keystone

Die deutschsprachigen Bundesräte haben einen strikteren Sitzungsplan als ihre französischsprachigen Kollegen: Ihre Bundesratssitzungen dauern immer mindestens drei Stunden – aber nie länger als fünf Stunden. Das besagt jedenfalls die Broschüre «Der Bund kurz erklärt», welche von der Bundeskanzlei herausgegeben wird. Merkwürdig nur, dass in der französischsprachigen Version die Sitzungsdauer zwischen ein und zehn Stunden variiert, wie die «Tribune de Genève» berichtet.

Haben die welschen Bundesräte nun also einen legereren Zeitplan, dafür aber gelegentlich strengere Sitzungen als ihre Kollegen aus der Deutschschweiz? Oder stützt sich die Bundeskanzlei auf die gefühlte Sitzungsdauer?

Gänzlich unmöglich

Nein, es sei gänzlich unmöglich, dass die Bundesratssitzungen nicht für alle Mitglieder gleich lange dauerten, winkte ein Funktionär aus dem Departement von Eveline Widmer-Schlumpf offenbar gegenüber der «Tribune de Genève» ab: «C'est tout à fait impossible.»

Der Sprecher von Bundesrat Didier Burkhalter, Jean-Marc Crevoisier, gab der Zeitung wiederum zu Protokoll, er glaube, dass die deutsche Version die korrekte sei – die Sitzungen dauerten nie nur eine Stunde, aber auch nie zehn Stunden.

Die Bundeskanzlei schliesslich bestätigte dies gegenüber der «Tribune de Genève»: Es handle sich um einen «bedauerlichen» Fehler, der in der nächsten Ausgabe korrigiert würde.

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