Bröckelndes Matterhorn auf die Schippe genommen

Mit schwarzem Humor hat die Schweizer Satirezeitschrift «Nebelspalter» das Matterhorn der Zukunft abgebildet.

Das Satiremagazin «Nebelspalter» mit seiner Sicht des Matterhorns der Zukunft. Bild: Twitter/Nebelspalter

Das Satiremagazin «Nebelspalter» mit seiner Sicht des Matterhorns der Zukunft. Bild: Twitter/Nebelspalter

Anfang August berichtete die «SonntagsZeitung»über die Forderung mehrerer lokaler Bergsteiger: Das Matterhorn soll gesperrt werden. Der Grund dafür: Der Berg sei für Touristen zu instabil und deshalb zu gefährlich geworden. Schliesslich aber bestätigten lokale Behörden, dass die Forderung nicht in die Tat umgesetzt werde . Das Matterhorn bleibt – trotz aller Risiken – offen und so weiterhin besteigbar.

Nun nimmt das Satiremagazin «Nebelspalter» die Situation rund um den Walliser Berg auf die Schippe, wie 20min.ch berichtet. Es präsentiert mit als neues Logo der Touristenattraktion ein zerbröckeltes Matterhorn, dessen typische Spitze bereits ins Tal gedonnert ist. Anstatt «Zermatt Matterhorn» steht so neu in grossen Lettern: «Zerfall Matterhorn».

Doch in der satirischen Überzeichnung durch das Magazin steckt auch ein Funken Wahrheit. Dass der Berg aufgrund des Klimawandels bröckelt, ist ein Fakt. Laut der ETH Zürich taut der Permafrost im Kern des Schweizer Wahrzeichens stetig auf. Der extrem heisse Sommer im Jahr 2003 etwa hatte gravierende Folgen: Am Hörnligrat am Matterhorn brachen damals rund 1500 Kubikmeter Fels ab. Die Wärme hatte das Eis in Poren und Ritzen des Felsens geschmolzen. Ohne diesen Klebstoff hatte das Material keinen Halt mehr. Dieses Szenario wiederholt sich nun immer wieder, jedoch in unterschiedlichem Ausmass.

Die Abbildung des abgebrochenen Matterhorns ist natürlich völlig überspitzt, eine Veränderung der typischen Form wird sich so schnell nicht zeigen – der Zerfall eines derart grossen Brockens geht trotz stetiger Klimaerwärmung zum Glück nur langsam vonstatten.

red

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