Zum Hauptinhalt springen

Erstes Flugzeug nach Drohnenchaos in Gatwick gelandet

Der Londoner Flughafen ist wieder offen. Steckt ein Öko-Aktivist hinter dem Störmanöver?

Drohnen haben den Flughafen Gatwick lahmgelegt. (Video: Reuters/Tamedia)

Der Londoner Flughafen Gatwick ist nach einem 32 Stunden dauernden Drohnenchaos wieder geöffnet. Eine begrenzte Zahl von Flugzeugen könne starten und landen, schreiben die Betreiber auf ihrer Website. Dennoch sollten Passagiere den Status ihres Fluges checken, bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen machten, hiess es dort weiter. Es werde weiterhin zu Verspätungen und Ausfällen von Flügen kommen.

Easyjet schrieb auf seiner Webseite, fliegen zu wollen. Der irische Billigflieger Ryanair hatte noch kurz zuvor angekündigt, alle ursprünglich für Gatwick geplanten Flüge stattdessen vom Londoner Flughafen Stansted starten oder dort landen zu lassen. Die Kunden seien informiert worden, sagte Ryanair auf seiner Webseite.

Die Drohnen-Störaktion wird somit den Flugbetrieb auch am Freitag noch beeinträchtigen. Trotz des Einsatzes von Armee und Polizei wurden am Donnerstagabend wieder Flugroboter über dem Rollfeld gesichtet.

Seit Mittwochabend konnten in Gatwick – abgesehen von einer dreiviertelstündigen Unterbrechung – keine Flugzeuge mehr landen oder starten. Ankommende Maschinen mussten umgeleitet werden und teils hunderte Kilometer entfernte Airports wie Amsterdam und Paris ansteuern.

«Das ist eine präzise geplante Aktivität, die darauf ausgelegt wurde, den Flughafen lahmzulegen und maximale Behinderungen in der Vorweihnachtszeit zu bringen», teilte Gatwick-Geschäftsführer Stewart Wingate mit. Am Donnerstag waren 115'000 Reisende betroffen, für Freitag wurden weitere 126'000 Personen in Gatwick erwartet. Um die chaotische Lage zu entschärfen, sollten Nachtflugverbote für andere Flughäfen vorübergehend aufgehoben werden.

Geplante Störaktionen?

Die Störmanöver über Gatwick konnten Einsatzkräfte trotz eines grossen Polizeieinsatzes mit Helikoptern und Scharfschützen sowie Spezialgerät der Armee zunächst nicht unterbinden. In den ersten 24 Stunden nach Einstellung des Flugbetriebs zählte die Polizei mehr als 50 Drohnen-Sichtungen. Tauche noch eine Drohne über dem Flugfeld auf, sei auch ein Abschuss denkbar, erklärte die Polizei. Verkehrsminister Chris Grayling versicherte, es werde «riesiger Aufwand» betrieben, um die Störaktionen zu stoppen.

Premierministerin Theresa May versprach eine enge Zusammenarbeit der Behörden mit dem Flughafen. «Die Aktivität, die wir gesehen haben, ist illegal und wer dabei erwischt wird, Flugzeuge in Gefahr zu bringen, kann eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bekommen», sagte May.

Bei den mindestens zwei Drohnen handelt es sich nach Einschätzung der Polizei nicht um Hobby-Fluggeräte. Sie seien vielmehr für den professionellen Einsatz bestimmt. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gab es laut Behörden aber zunächst nicht. In den ersten 24 Stunden nach Einstellung des Flugbetriebs zählte die Polizei mehr als 50 Drohnen-Sichtungen. Medienberichten zufolge prüfen die Ermittler, ob möglicherweise ein radikaler Öko-Aktivist hinter dem Störmanöver steckt.

SDA/ij/sep

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch