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Bewaffnete Häftlinge wollten sich Weg freischiessen

In Mexiko sind bei einem Ausbruchsversuch mindestens dreizehn Gefangene und neun Wärter getötet worden. Im gleichen Gefängnis hatte die damalige Direktorin 2010 Häftlinge in der Nacht Ausgang gewährt.

Mexikos Gefängnisse befinden sich in einem katastrophalen Zustand: Ein Angehöriger wartet vor dem Gefängnis Gómez Palacio. (19. Dezember 2012)
Mexikos Gefängnisse befinden sich in einem katastrophalen Zustand: Ein Angehöriger wartet vor dem Gefängnis Gómez Palacio. (19. Dezember 2012)
Keystone

Bei einem versuchten Gefängnisausbruch im Norden von Mexiko sind nach jüngsten Angaben mindestens dreizehn Gefangene und neun Wärter getötet worden. Wie die Sicherheitsbehörden im Bundesstaat Durango mitteilten, versuchten bewaffnete Insassen, aus der Haftanstalt in Gómez Palacio zu fliehen. Als sie auf die Wärter schossen, die den Ausbruch verhindern wollten, entwickelte sich der tödliche Schusswechsel.

Einige Gefangene hätten auf die Wachtürme und auf die Räume der Wärter geschossen, hiess es in der Mitteilung. Unterdessen hätten andere Insassen versucht, durch Tunnel und über Zäune aus dem Gefängnis auszubrechen. Wärter hätten zunächst in die Luft geschossen, bevor sie gezielt das Feuer der Gefangenen erwiderten. Soldaten, die als Verstärkung zum Gefängnis entstandt wurden, konnten den Angaben zufolge die Revolte beenden und die Kontrolle über das Gebäude zurückerlangen.

Frühere Gefängnisleiterin inhaftiert

Erst am vergangenen Sonntag waren 137 Häftlinge von Gómez Palacio in andere mexikanische Gefängnisse verlegt worden. Bei der Gelegenheit hatten die Behörden selbst angefertigte Waffen, Handys und Elektrogeräte beschlagnahmt. Im Jahr 2010 war die Gefängnisleiterin inhaftiert worden, nachdem entdeckt worden war, dass Häftlinge das Gefängnis nachts mit ihrem Wissen verliessen, um kriminellen Geschäften nachzugehen und dann wieder in ihre Zellen zurückzukehren.

Häftlingsrevolten und Gefängnisausbrüche sind ein wachsendes Problem in Mexiko. Erst im September waren mehr als 130 Insassen aus einem Gefängnis in Piedras Negras nahe der Grenze zu den USA ausgebrochen. In den vergangenen zwei Jahren brachen nach Angaben der Nationalen Menschenrechtskommission 521 Gefangene aus insgesamt 14 Gefängnissen aus. Im selben Zeitraum nahmen sich in mexikanischen Gefängnissen demnach 352 Insassen das Leben. Im Februar wurden bei einem Massenausbruch im Bundesstaat Nuevo Leon 44 Häftlinge getötet.

Katastrophale Lage

Die katastrophale Lage in den Gefängnissen hängt unter anderem mit dem Einfluss der mexikanischen Drogenkartelle zusammen. Laut Menschenrechtskommission werden 60 Prozent der Gefängnisse in Mexiko von Banden des organisierten Verbrechens kontrolliert.

Die Bandenkonflikte werden durch die Überbelegung der Haftanstalten verschärft: Mehr als 237'000 Insassen sind in Gefängnissen mit einer Gesamtkapazität von rund 188'000 Plätzen untergebracht. Nur 13 der 419 Gefängnisse des Landes unterstehen der mexikanischen Bundesregierung, die anderen werden von den örtlichen Behörden geführt.

AFP/mw

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