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Fall Hefenhofen: Dieses Mal gehen die Pferde an den Meistbietenden

Im Fall Hefenhofen suchen 40 weitere Pferde einen neuen Besitzer. Die Tiere werden nächsten Mittwoch in Schönbühl BE verkauft.

Auch sie werden verkauft: 45 Pferde von Ulrich K. waren noch auf der Alp.
Auch sie werden verkauft: 45 Pferde von Ulrich K. waren noch auf der Alp.
TG/GR
Sie wurden wegen des schlechten Wetters ins Tal gebracht und kommen wie auch die bereits versteigerten Pferde ins Armeezentrum nach Schönbühl BE.
Sie wurden wegen des schlechten Wetters ins Tal gebracht und kommen wie auch die bereits versteigerten Pferde ins Armeezentrum nach Schönbühl BE.
TG/GR
Die Hufschmiede der Armee bei der Arbeit.
Die Hufschmiede der Armee bei der Arbeit.
Adrian Moser
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Weitere 40 beschlagnahmte Pferde des mutmasslichen Tierquälers von Hefenhofen werden am kommenden Mittwoch in Schönbühl BE versteigert. Eine Beschwerde gegen den Verkauf sei abgewiesen worden, teilte das Thurgauer Veterinäramt am Donnerstag mit.

Auf Anweisung des Thurgauer Departements für Erziehung und Kultur, welches stellvertretend als Rekursinstanz amtete, werden die Tiere in einem offenen Bieterverfahren ohne Beschränkung des Höchstpreises verkauft. Die Pferde seien von zwei unabhängigen externen Experten geschätzt worden. Diese Schätzung bilde den Minimalpreis.

Das Bietverfahren bei der ersten Gant hatte für heftige Kritik gesorgt: Damals war festgelegt worden, dass die Pferde nicht mehr als 500 Franken über dem Schätzpreis kosten durften. Ein Entscheid, der die Thurgauer Steuerzahler noch eine Stange Geld kosten könnte, wie die «Weltwoche» schreibt: Viele Tiere seien weit unter dem Wert verkauft worden. Manchmal seien die Tiere unter bis zu 70 Bietern verlost worden, von denen manche einen deutlich höheren Preis bezahlt hätten. Offenbar sind mehrere Tiere gleich nach der Gant viel teurer weiterverkauft worden. Man habe verhindern wollen, dass sich nur Leute mit einem dicken Portemonnaie ein Pferd leisten könnten, rechtfertigt man die damalige Preispolitik beim Kanton.

Kritik am Vorgehen

Bei der neuen Gant zählen solch sozialen Gedanken nicht mehr: Diesmal gehen die Pferde an die Meistbietenden, wie der Kanton am Donnerstag mitteilte

Die Pferde hatten den Sommer auf Alpen in den Kantonen Graubünden und St. Gallen verbracht. Sie befinden sich seit Ende September im Kompetenzzentrum der Armee in Schönbühl. Wegen des Rekurses konnten sie vorerst nicht verkauft werden. Bereits Mitte August waren 80 Pferde vom Hof des mutmasslichen Tierquälers in Schönbühl versteigert worden. Das Vorgehen war von verschiedenen Seiten kritisiert worden.

Behörden in der Kritik

Der Tierhalter von Hefenhofen, gegen den ein Teiltierhalteverbot bestand, beschäftigt seit Anfang August die Öffentlichkeit und brachte die Thurgauer Behörden in die Kritik. Auf dem Hof des Tierhalters waren mehrere Pferde verendet. Weitere Tiere waren abgemagert und in schlechtem Zustand. Tierschützer zeigten sich schockiert. Der Hof war Anfang August von den Behörden geräumt worden.

Der Tierhalter war von der Polizei in Gewahrsam genommen worden, die Pferde wurden beschlagnahmt. Der Tierhalter kam vorübergehend in fürsorgerische Unterbringung, befindet sich aber inzwischen wieder auf seinem Hof. Er gehe juristisch gegen die Behörden vor, liess er über seinen Anwalt mitteilten.

Auch Tierschützer hatten Anzeigen gegen das Veterinäramt und den zuständigen Regierungsrat erstattet. Eine Strafuntersuchung gegen den Thurgauer Amtstierarzt ist in Gang. Ob es zu einem Verfahren gegen FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer kommt, ist noch offen.

Erste Antworten am Freitag

Die Regierung hat eine unabhängige Kommission unter der Leitung des Zuger alt Regierungsrats Hanspeter Uster eingesetzt, die den Fall untersucht. Bis Ende Jahr soll ein Bericht vorliegen. Zum «Fall Hefenhofen» wurden ausserdem mehrere Vorstösse im Thurgauer Grossen Rat eingereicht. Antworten auf zwei Einfache Anfragen wird die Staatskanzlei morgen Freitag veröffentlichen.

SDA/woz

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