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Arctic Sunrise aus russischem Hafen ausgelaufen

Zehn Monate nach der Beschlagnahmung durch Russland hat das Greenpeace-Schiff Murmansk verlassen. Die Organisation sieht erste Anzeichen für ein Umdenken in Russland.

Auf dem Weg zurück in die Niederlande: Ein von Greenpeace veröffentlichtes Bild der Arctic Sunrise in Murmansk. (1. August 2014)
Auf dem Weg zurück in die Niederlande: Ein von Greenpeace veröffentlichtes Bild der Arctic Sunrise in Murmansk. (1. August 2014)
Keystone

Das vor zehn Monaten bei einer Protestaktion in der Arktis von Russland aufgebrachte Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise ist auf dem Weg zurück in die Niederlande. Das Schiff sei am Freitag aus der Hafenstadt Murmansk im Nordwesten Russlands ausgelaufen, teilte Greenpeace mit. Demnach wird die Arctic Sunrise in etwa zehn Tagen Amsterdam erreichen, wo sie feierlich begrüsst werden soll. Anschliessend soll der Eisbrecher der Umweltorganisation zur Reparatur in die Werft geschickt werden.

Die russische Küstenwache hatte am 18. September 2013 in internationalen Gewässern den Eisbrecher aufgebracht und die 30 Greenpeace-Aktivisten und Journalisten an Bord festgenommen. Die unter niederländischer Flagge fahrende Arctic Sunrise wurde nach Murmansk geschleppt. Die Umweltschützer hatten in der Barentsee versucht, eine Gazprom-Bohrinsel zu entern. Sie wollten dort auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in der sensiblen Meeresregion aufmerksam machen.

Wegen Piraterie angeklagt

Die Greenpeace-Aktivisten wurden zunächst wegen Piraterie angeklagt, später wurde dies auf den Vorwurf des Rowdytums abgeschwächt. Unter internationalem Druck kamen sie später gegen Kaution frei, bevor das Verfahren schliesslich im Zuge einer Amnestie eingestellt wurde, und sie das Land verlassen konnten. Am 6. Juni wurde die Arctic Sunrise freigegeben. Wie Greenpeace am Freitag mitteilte, ist der Streit mit den russischen Behörden aber noch nicht beendet: «Die Ermittlungen wurden bis zum 24. September verlängert.»

Der in Russland für Energiefragen zuständige Greenpeace-Aktivist Wladimir Tschuprow wertete die Auseinandersetzung dennoch bereits jetzt als Erfolg. Die russische Regierung habe in den vergangenen Monaten einige Schritte zum Schutz der Arktis unternommen und auch Gazprom habe einen neuen Aktionsplan vorgelegt, für den Fall, dass bei Bohrungen Öl ausläuft. «All diese Fortschritte haben nach unserer Aktion stattgefunden und wir sind überzeugt, dazu beigetragen zu haben», erklärte Tschuprow.

AFP/ldc

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