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Anwalt der Vergewaltiger erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Die der Massenvergewaltigung einer indischen Studentin beschuldigten Männer seien im Gefängnis brutal geschlagen worden, sagt ein Anwalt. Er war zuvor jedoch mit bizarren Aussagen aufgefallen.

«Die Polizei wird die Fakten verdrehen»: Manohar Lal Sharma spricht zu Journalisten vor dem Bezirksgericht Saket in Delhi. (10. Januar 2013)
«Die Polizei wird die Fakten verdrehen»: Manohar Lal Sharma spricht zu Journalisten vor dem Bezirksgericht Saket in Delhi. (10. Januar 2013)
Keystone

Der Anwalt von drei mutmasslichen Vergewaltigern einer indischen Studentin hat schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Beamte hätten die Verdächtigen brutal geschlagen, sagte der Anwalt Manohar Lal Sharma heute Donnerstag vor einer Anhörung in Neu-Delhi.

Er beschuldigte die Behörden zudem, Beweismaterial in dem aufsehenerregenden Vergewaltigungsfall manipuliert zu haben und bezeichnete seine Mandanten als unschuldig. «Was dieser Frau passiert ist, ist so verabscheuenswürdig, so schrecklich – die Polizei wird die Fakten verdrehen», sagte Sharma.

Widersprüchliche Erklärungen

Die Polizei habe die Männer nicht nur geschlagen, sondern auch andere Häftlinge in die Zellen der inhaftierten Verdächtigen geführt, um sie mit Messern zu bedrohen. «Sie können sich nicht vorstellen, was in indischen Gefängnissen los ist», sagte Sharma.

Der Anwalt hatte in den vergangenen Tagen eine Reihe von bizarren und oft widersprüchlichen Erklärungen abgegeben. Am Donnerstag machte er den Begleiter des Opfers für die Vergewaltigung verantwortlich. «Ihr Freund hat sie betrogen», sagte Sharma. «Der Freund ist für die ganze Sache verantwortlich.» Später sagte er: «Das ist nur meine Meinung.»

Verdächtige stammen aus bescheidenen Verhältnissen

Der Anwalt legte nahe, dass seine Mandanten nur deshalb festgenommen worden seien, weil die Polizei wegen der öffentlichen Empörung über die Gewalttat schnell Ergebnisse liefern musste. «Wenn die Eltern dieser Jungen Geld hätten, wären sie heute nicht vor Gericht», sagte Sharma. Die Verdächtigen stammen alle aus bescheidenen Verhältnissen.

Die Männer wurden am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) von zahlreichen Polizisten in den Gerichtssaal eskortiert. Ihre Gesichter waren mit Tüchern und Mützen bedeckt. Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Den insgesamt fünf Männern wird vorgeworfen, am 16. Dezember eine 23-jährige Studentin in einem Bus in Neu-Delhi vergewaltigt sowie sie und ihren Freund zusammengeschlagen zu haben. Die junge Frau erlag später ihren schweren Verletzungen. Die Verdächtigen wurden wegen Mordes und Vergewaltigung angeklagt. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe. Ein sechster Verdächtiger ist offenbar minderjährig und muss sich voraussichtlich vor einem Jugendgericht verantworten.

dapd/rub

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