Zum Hauptinhalt springen

400 Kameras und hohe Zäune konnten Haroun nicht aufhalten

Abdul Rahman Haroun soll der Erste sein, der zu Fuss durch den Eurotunnel gerannt sein soll. Auf seiner Flucht zeigte er viel Geschick. Dennoch scheiterte er kurz vor Schluss.

woz
Hohe Sicherheitsvorkehrungen: Ein Flüchtling klettert bei Calais über einen Zaun. (5. August 2015)
Hohe Sicherheitsvorkehrungen: Ein Flüchtling klettert bei Calais über einen Zaun. (5. August 2015)
Keystone

Die Geschichte von Abdul Rahman Haroun ging um die Welt: Der 40-jährige Sudanese ist durch den Eurotunnel gerannt – rund 50 Kilometer weit. Fast wäre er unerkannt im Land seiner Träume, Grossbritannien, angekommen. Doch die Hoffnung auf ein besseres Leben wurde auf den letzten zwei Kilometern des Eurotunnels zerschlagen. Dort wurde er von einer Überwachungskamera entdeckt.

Die «Daily Mail» hat nun seine Flucht rekonstruiert. Demnach musste Haroun in Calais über vier Zäune klettern, um zum Tunneleingang zu gelangen. Am Dienstag, um 7.30 Uhr, ein Schockmoment: Der Alarm fing an zu schrillen – bevor Haroun überhaupt im Tunnel war. Doch der Flüchtling schaffte es, sich zu verstecken.

Schnelle Züge und Stromleitungen

Nun standen ihm 50 Kilometer im Tunnel bevor, in vollkommener Dunkelheit. Er ging direkt neben den Schienen. Züge rasten mit 160 Kilometer pro Stunde an ihm vorbei. Um nicht vom Luftstrom mitgerissen zu werden, musste er sich an die Wand drücken und festklammern. So stellt es sich zumindest die «Daily Mail» vor. Eine weitere Gefahr ging von Stromleitungen aus.

Auf halber Strecke hat er erneut einen Alarm ausgelöst. Diesmal suchte ein Zug mit Scheinwerfern nach ihm. Vergeblich. Haroun blieb wieder unerkannt. Er setzte seine Reise fort.

400 Überwachungskameras ist der 40-Jährige erfolgreich ausgewichen. Doch als er bereits britischen Boden unter den Füssen hatte, verliess ihn sein Glück. Eine Kamera hat ihn auf den letzten zwei Kilometern entdeckt.

Jetzt droht Gerichtsprozess

Anders als zunächst berichtet, könne Haroun in Grossbritannien ein Asylgesuch stellen, berichtet das britische Blatt weiter. Jedoch wartet auch ein Gerichtstermin auf den Sudanesen – wegen Betretens einer Bahnlinie und Behinderung des Bahnverkehrs. Ihm droht eine Gefängnisstrafe.

Auch für die Bahnbetreiber hat Harouns Flucht vermutlich Konsequenzen: «Wir untersuchen jetzt, wie er allen Sicherheitsstufen ausweichen konnte», sagt ein Euro-Tunnelsprecher zur «Daily Mail». Dass jemand versuche, durch den Tunnel zu laufen, sei extrem selten. Vor mehreren Jahren sei eine Gruppe von illegalen Einwanderern im Tunnel gestoppt worden. Wegen des verstärkten Andrangs der vergangenen Monate haben Frankreich und Grossbritannien ihre Massnahmen verschärft.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch