26-Jährige war bereits sein zweites Opfer

Im Januar 2017 verursachte ein bekiffter Autofahrer einen tödlichen Unfall. Zuvor war ihm bereits viermal der Fahrausweis entzogen worden. Jetzt steht er vor Gericht.

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Am Dienstag findet im Bezirksgericht Imboden in Domat/Ems der Prozess gegen den Mann statt, der die Tochter von A. und H. C. auf dem Gewissen hat. Die damals 26-jährige L. C. war am 18. Januar 2017 am frühen Morgen mit dem Roller von Domat/Ems nach Chur unterwegs, als ein Autofahrer bei einem Überholmanöver frontal mit ihr zusammenprallte. Die junge Köchin wurde 43 Meter entgegen ihrer Fahrtrichtung auf die Fahrbahn geschleudert und erlag ihren Verletzungen.

Laut Anklageschrift war der damals 39-jährige P. F. mit 115 km/h statt der geltenden 80 km/h unterwegs. Er hatte eine THC-Konzentration im Blut, die «deutlich über der kritischen Grenze» lag. F. hatte am Vorabend einen Joint geraucht.

Fünf Jahre Haft gefordert

Die Anklage lautet auf eventualvorsätzliche Tötung. Es wird eine Freiheitsstrafe von über fünf Jahren beantragt. «Ich hoffe, dass der Mann hart bestraft wird. Ein Fahrzeug in seinen Händen ist eine Waffe», sagt H. C. Er sagt: «Der Unfall hätte verhindert werden können, wäre ihm der Fahrausweis nicht wieder ausgehändigt worden.»

F. musste nämlich viermal sein Billett abgeben. Seit 1997 verursachte der Italiener drei Verkehrsunfälle und einen Beinaheunfall, für die er verurteilt wurde. Bei einem der Unfälle verstarb eine Person. Mehrere wurden verletzt.

Vater erhebt schwere Vorwürfe gegen Behörden

«Wir hatten eine sehr enge Beziehung», erinnert sich der zweifache Vater. L. C. sei eine lustige, fröhliche Person gewesen mit einem grossen Herzen. Gemeinsam hätten sie Töffferien gemacht. Seit ihrem Tod sei für ihn und seine Familie eine Welt zusammengebrochen. «Es schmerzt so sehr. Ich funktioniere nur noch.»

H. C. spricht von einem Behördenversagen: «Wie ist es möglich, dass ein Mann mit einer solchen Vorgeschichte noch Auto fahren durfte? Eine solche Person gehört nicht auf die Strasse.»

Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von Redaktion Tamedia.

TA

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