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16 Jahre Haft für Genetiker – Auslieferung unwahrscheinlich

Ein 48-jähriger Franzose wurde in Lausanne schuldig gesprochen, seine Stiefmutter getötet zu haben. Er hätte nach dem Urteil verhaftet werden sollen, war aber gar nicht erst zur Verhandlung erschienen.

Wird wohl nicht in die Schweiz ausgeliefert: Der verurteilte Franzose vor dem Gericht in Lausanne. (29. Januar 2012)
Wird wohl nicht in die Schweiz ausgeliefert: Der verurteilte Franzose vor dem Gericht in Lausanne. (29. Januar 2012)
AFP

Ein französischer Genetiker ist am Freitag in Lausanne in zweiter Instanz der Tötung seiner Stiefmutter schuldig gesprochen worden. Das Waadtländer Appellationsgericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren. Es folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Genetiker, der in erster Instanz freigesprochen worden war, erschien nicht zur Urteilsverkündung vor dem Berufungsgericht in Lausanne. Der Staatsanwalt hatte für den Fall eines Schuldspruchs die sofortige Verhaftung des 48-Jährigen angekündigt.

Generalstaatsanwalt Eric Cottier begründete dies mit dem hohen Fluchtrisiko. Der Angeklagte ist französischer Staatsbürger und lebt in Thonon (F). Dass der französische Staat einen eigenen Staatsbürger ausliefert, gilt als eher unwahrscheinlich.

In erster Instanz freigesprochen

In erster Instanz war der 48-Jährige im vergangenen Juni nach dem Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» freigesprochen worden. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger legten jedoch gegen das Urteil Beschwerde ein.

Um ohne Risiko am ersten Prozesstag in Lausanne teilnehmen zu können, hatte der Franzose am Donnerstag sogenannt freies Geleit erhalten. Weil dies jedoch nicht für den zweiten Prozesstag galt, erschien er am Freitag nicht mehr vor dem Gericht. Das Risiko einer Verhaftung erschien ihm wohl zu hoch.

Das Drama hatte sich am 9. Januar 2010 ereignet: Die damals 66-jährige Stiefmutter des Angeklagten war von ihrem Stiefsohn in Vaux-sur-Morges VD tot aufgefunden worden. Der Genetikspezialist geriet schnell in Verdacht. Er wurde verhaftet und verbrachte 28 Monate in Untersuchungshaft. Er beteuerte aber von Anfang an seine Unschuld.

SDA/fko

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