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12-Jähriger flüchtet mit Pick-up-Truck vor Buschfeuern

Ein Junge hat im Westen Australiens sich und den Familienhund mit einem Auto in Sicherheit gebracht. Sein Vater ist «extrem stolz».

Fährt, seit er sieben Jahre alt ist: Die örtliche Polizei brachte den 12-jährigen Ausreisser zurück zu seiner Familie. Bild: Dalwallinu Police
Fährt, seit er sieben Jahre alt ist: Die örtliche Polizei brachte den 12-jährigen Ausreisser zurück zu seiner Familie. Bild: Dalwallinu Police

Einsatzkräfte der Bindoon Buschfeuerbrigade aus dem Westen Australiens haben am vergangenen Sonntag einen 12-jährigen Jungen wohlbehalten am Steuer eines Pick-up-Trucks vorgefunden. Der Junge war vor den Buschbränden nahe seines Wohnorts geflohen, berichtet der Nachrichtensender ABC News.

Der Vater und der ältere Bruder hätten den 12-Jährigen alleine zu Haus zurückgelassen, um bei der Bekämpfung eines Buschfeuers im Norden von Pearth mitzuhelfen. Im Vorfeld habe der Vater dem Jungen erklärt, zu einem Orangenbaum rund drei bis vier Kilometer vom Wohnort entfernt zu fliehen, sollte das Feuer ihr Haus erreichen. Als es dann tatsächlich soweit kam, habe sich der Knabe den zweijährigen Familienhund geschnappt und sei mit dem Wagen des Bruders losgefahren.

Rund eine Stunde nach der Vermisstmeldung des Vaters hätten Einsatzkräfte den Jungen dann «sehr verängstigt» mit dem Truck geparkt an einem Strassenrand vorgefunden. «Das Feuer war zu diesem Zeitpunkt sehr ausser Kontrolle geraten und heftig», sagte Craig Spencer von der Buschfeuerbrigade. Rauch habe die Sichtverhältnisse deutlich eingeschränkt. Sie hätten den Jungen sodann von der Brandstelle weg zur Polizei gebracht.

Vater «extrem stolz»

Inzwischen sei der Junge wieder zurück bei seiner Familie. Der Vater zeigte sich gegenüber ABC News stolz auf den 12-Jährigen: «Wir haben ihm das Autofahren seit seinem siebten Geburtstag beigebracht, nur für den Fall, dass solche Dinge passieren. Ich bin extrem stolz auf ihn. Er machte genau das, was wir ihm sagten.»

Es sei in diesem Fall zwar vorteilhaft gewesen, dass der Junge die nötigen Fahrkünste besessen hätte, um aus der brenzligen Situation zu entkommen. Die Polizei verzeihe ein solches Verhalten unter normalen Umständen jedoch auf keinen Fall, meinte der zuständige örtliche Polizeibeamte Michael Daley. «Aus polizeilicher Sicht wollen wir nicht, dass sie unnötig oder gefährlich fahren. Besser ist, sie lernen es in einer kontrollierten Umgebung wie einer Farm.»

Australien steuert auf Rekord-Hitzewelle zu

In Australien lodern seit Monaten hunderte Buschbrände. In der diesjährigen Brandsaison sind bislang sechs Menschen ums Leben gekommen, mehr als 700 Häuser und mindestens drei Millionen Hektar Land zerstört.

Zwar sind Buschbrände in Australien häufig, allerdings setzte die Brandsaison in diesem Jahr früher ein und ist intensiver als sonst. Zurückzuführen ist dies Experten zufolge auf die Erderwärmung sowie eine lange Dürreperiode und die dadurch ausgetrockneten Wälder und Böden.

Offiziellen Statistiken zufolge könnte 2019 eines der heissesten und trockensten Jahre in Australien werden. Das Land steuert in dieser Woche zudem auf eine Rekord-Hitzewelle zu, die die Arbeit der Feuerwehr zusätzlich erschwert.

SDA/sho

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