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12'000 Postsendungen voll mit Drogen

Im Kampf gegen Drogen warnt der UNO-Suchtstoffkontrollrat vor Käufen im Internet. Laut einem Bericht wurden 2011 gut 12'000 Postsendungen mit illegalen Drogen beschlagnahmt – der Grossteil kam aus Indien.

Ein grosser Teil der Drogen kommt aus China, den USA und Polen – und wird übers Internet bestellt: Ein Mann in einem Internetcafé. (Symbolbild)
Ein grosser Teil der Drogen kommt aus China, den USA und Polen – und wird übers Internet bestellt: Ein Mann in einem Internetcafé. (Symbolbild)
Reuters

Verbotene Drogen werden zusehends auch über das Internet verkauft. Der Internationale Suchtstoffkontrollrat der UNO (INCB) warnte in seinem Jahresbericht 2011, illegale Internetapotheken würden neben Medikamenten inzwischen auch immer mehr Drogen vertreiben.

Beunruhigend sei besonders, dass die Internetapotheken soziale Netzwerke nutzten, um ein junges Publikum ins Visier zu nehmen und zur Online-Bestellung zu verführen. «Das kann ein grosses Publikum dem Risiko des Konsums gefährlicher Produkte aussetzen», teilte INCB- Präsident Hamid Ghodse am Dienstag in Wien mit.

2012 seien 12'000 internationale Postsendungen mit Drogen beschlagnahmt worden. Ein sehr grosser Teil dieser Drogen komme aus Indien, von wo 58 Prozent der im vergangenen Jahr beschlagnahmten Substanzen stammten. Wichtige Herkunftsländer seien auch die USA, China und Polen.

Immer häufiger würden Drogenkartelle versuchen, chemische Drogen wie Amphetamine oder andere Aufputschmittel aus nicht verbotenen Bestandteilen herzustellen, hiess es in dem Jahresbericht. Darauf müssten die Regierungen verstärkt achten und entsprechende Verbote erlassen, forderte die Drogen-Kontrollbehörde der UNO.

«Alltägliches Problem»

Zugenommen habe auch der Einsatz von Drogen bei Verbrechen wie Vergewaltigungen oder Entführungen. Psychoaktive Mittel wie sogenannte K.O.-Tropfen würden Frauen und Männern heimlich über Getränke verabreicht, um sie sexuell zu missbrauchen.

Bisher gebe es zu dem Thema aber kaum verlässliche Zahlen, sondern nur Indizien, kritisierte die Organisation. Sie verlangte von den Regierungen, die Entwicklung genauer zu untersuchen.

Weltweit seien Drogenmissbrauch und Drogenhandel zu einem alltäglichen Phänomen geworden, warnte die Kontrollbehörde. Das erzeuge für die häufig betroffenen Randgruppen einer Gesellschaft einen Teufelskreis von Gewalt, organisiertem Verbrechen, Korruption, Arbeitslosigkeit und schlechter Gesundheit.

Das gelte für Industrieländer wie auch für Entwicklungs- und Schwellenländer. «Solche Bevölkerungsgruppen gefährden nicht nur ihre eigenen Mitglieder, sondern bedrohen auch die Stabilität des gesellschaftlichen Umfelds.»

Mehr Jugendschutz gefordert

Der Kontrollrat fordert deshalb: «Jugendliche in diesen Bevölkerungsgruppen haben ein Recht auf Schutz vor Drogenmissbrauch und -abhängigkeit.» Zwingend nötig seien: Drogenprävention, Behandlung und Rehabilitation, Massnahmen im Erziehungs-, Arbeits- und Freizeitbereich oder die Förderung positiver Rollenvorbilder.

Eine Legalisierung von Drogen zur Eindämmung der Drogenkriminalität lehnt der INCB ab. Etwas anderes sei die Entkriminalisierung des Konsums durch Süchtige. In einem solchen Fall handle es sich um eine Form der medizinischen Verwendung der Drogen.

Der INCB ist das unabhängige Kontrollorgan für die Umsetzung der internationalen Drogenkontrollabkommen der UNO. In diesem Jahr feiert das Gremium den Abschluss des ersten internationalen Drogenkontrollabkommens vor 100 Jahren auf der Internationalen Opiumkonferenz 1912 in Den Haag.

SDA/kpn/wid

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