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Marine erobert gekapertes Fischerboot zurück

Vor Libyen wird ein italienisches Fischerboot gekapert. Es nimmt Kurs auf den Hafen Misrata. Doch dann greift die italienische Marine ein.

Piraten haben am Freitag vor der libyschen Küste zeitweise ein italienisches Fischerboot in ihre Gewalt gebracht. Doch griff die italienische Marine ein und eroberte das Boot mit sieben Besatzungsmitgliedern zurück. Die Einsatzkräfte seien zur Rettung von Flüchtlingen in dem Gebiet rund 90 Kilometer nordwestlich des libyschen Hafens Misrata gewesen, teilte das italienische Militär mit.

Die Fischereigenossenschaft COSVAP auf Sizilien hatte den Gewaltakt am Morgen gemeldet. Bewaffnete Männer hätten das Boot besetzt und versucht, es nach Misrata zu bringen, sagte Sprecher Francesco Mezzapelle. Es handele sich um «einen Akt der Piraterie». Die Gewalttäter gehörten offenbar nicht den libyschen Streitkräften an. Wer die Piraten waren, blieb zunächst offen. Mezzapelle mutmasste, es könnte sich um Terroristen handeln.

Auf Crevettenfang

In Libyen herrscht seit Jahren politisches Chaos. Das nordafrikanische Land hat inzwischen zwei Regierungen und ist faktisch geteilt zwischen West und Ost. Der Westen und damit auch Misrata ist unter Kontrolle der von islamistischen Milizen gestützten Regierung in Tripolis. Das im Juli 2014 gewählte Parlament und die international anerkannte Regierung sitzen im Osten des Landes.

Wie es der Crew geht, war nach der Befreiung durch die Marine zunächst offen. Drei der Besatzungsmitglieder sind Sizilianer, vier weitere Tunesier, wie es hiess. Sie wollten Crevetten fangen. Mezzapelle sagte, es habe seit 2005 schon etwa ein Dutzend ähnlicher Übergriffe gegeben. Libyen behaupte, seine Gewässer reichten bis 70 Meilen vor die Küste, was international nicht anerkannt wird. Ein italienisches Boot werde seit 2012 in der ostlibyschen Stadt Bengasi festgehalten. Die Crew sei damals allerdings bereits nach einem Monat freigelassen worden.

sda/AP/spu

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