Klaus Wildbolz mit 79 Jahren verstorben

Der Schweizer Fernsehschauspieler Klaus Wildbolz ist tot. Der gebürtige Wiener spielte in Sendungen wie «Der Bergdoktor» und «Tatort».

Der gelernte Kaufmann sah seine Zukunft nicht in einem Büro: Klaus Wildbolz, hier am Filmfestival Locarno. (13. August 2014)

Der gelernte Kaufmann sah seine Zukunft nicht in einem Büro: Klaus Wildbolz, hier am Filmfestival Locarno. (13. August 2014) Bild: Keystone

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Der gebürtige Österreicher und Schweizer Fernsehschauspieler Klaus Wildbolz verstarb im Alter von 79 Jahren in seiner Geburtsstadt Wien, teilte sein Management mit. Wildbolz war vor allem mit Fernsehserien wie «Schlosshotel Orth» oder «Der Bergdoktor» einem breiten Publikum bekannt geworden.

Wildbolz fühlt sich wohl im Fach der leichten Unterhaltung: «Ich genier mich überhaupt nicht dafür, ich find's toll», sagte er in einem Fernseh-Interview, wobei er betonte, im Laufe seiner langen Karriere auch «viele ernste Sachen am Theater gespielt» zu haben.

Sohn eines Fabrikdirektors

Geboren wurde Wildbolz, der dem Berner Patriziat entstammte, am 25. August in Wien als Sohn eines Fabrikdirektors. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Jost, der heute als renommierter Fotograf in der Schweiz lebt, wuchs er in Zürich sowie in Internaten in Bern und St. Moritz auf.

Klaus Wildbolz machte nach der Matura, der kaufmännischen Familientradition folgend, zuerst sein Handelsdiplom und trat eine Stelle in Wien an. Dort wurde ihm jedoch klar, dass seine «berufliche Zukunft nicht in einem Büro liegen konnte», wie er sich in einem Interview mit der «Berner Zeitung» erinnerte.

Seine Mutter Elisabeth überzeugte ihren Mann schliesslich davon, den Jungen auf eine Schauspielschule zu schicken. Nach dem Studium an der Wiener Max-Reinhardt-Hochschule für Musik und darstellende Kunst stand Wildbolz am Luzerner Theater und am Theater in der Josefstadt Wien auf der Bühne.

«Den brauch' ich für die Frauen»

Einem grösseren Publikum wurde er bekannt, als er die Moderation des ARD-Quiz «Schnickschnack» (1975-77) übernahm. Es folgten Rollen in Krimiserien wie «Tatort» und «Derrick», bevor Wildbolz seine schauspielerische Heimat im Genre der Familienserien fand.

Ob als Oberhaupt einer in finanzielle Nöte geratenen österreichischen Adelsfamilie in «Ringstrassenpalais» (1981-83), als Boutiquenbesitzer auf dem ZDF-«Traumschiff» (1983) oder als Chef des «Schlosshotels Orth» (1996-2000): Wildbolz begeisterte das Publikum – vor allem das weibliche.

Erfolgsproduzent Wolfgang Rademann, der ihn 1989 als Hauptdarsteller in der ZDF-Serie «Hotel Paradies» besetzte, sagte in einem «Spiegel«-Interview: «Den brauch' ich für die Frauen.»

Schicksalsschlag und neues Glück

Privat musste Klaus Wildbolz 2008 einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen: Seine Frau Barbara starb an Krebs, und er verlor den Lebensmut. Aufgefangen hat ihn die 41 Jahre jüngere Nadine von Vöhren. Sie hatte ihm nach dem Tod seiner Frau einen Brief geschrieben, der so «tief und rührend war», dass er darauf antwortete. Beim ersten Treffen in Hamburg habe es dann bei ihm «sofort gefunkt», erzählte Wildbolz. (kat/sda)

Erstellt: 05.01.2017, 19:53 Uhr

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