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Fliegender Pöstler beim Capitol beinahe abgeschossen

Am US-Parlament herrscht Flugverbot. Deshalb sorgt die Landung eines einsitzigen Helikopters am Capitol für helle Aufregung. Der Pilot hatte eine spezielle Mission.

Ein Mann ist mit einem einsitzigen Mini-Helikopter in der Nähe des US-Parlaments in Washington gelandet. Der Pilot wurde festgenommen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Das Besucherzentrum am Capitol wurde vorübergehend geschlossen. Die Polizei identifizierte den Piloten später als Doug Hughes.

Der Postbote aus Florida hatte sich vorher schon im Internet zu der Aktion bekannt. Er erklärte, er habe Briefe zu allen 535 Kongressmitgliedern bringen wollen, um auf Korruption bei der Wahlkampffinanzierung hinzuweisen.

«Wie ich den Behörden mitgeteilt habe, habe ich keine Neigung oder Absicht, Gewalt auszuüben», schrieb Hughes auf seiner Webseite. «Ein ultraleichtes Fluggerät stellt keine grössere physische Bedrohung dar – es könnte höchstens eine politische Bedrohung der Korruption sein. Das hoffe ich. Es besteht kein Grund zur Sorge. Ich bringe nur die Post.»

Helikopter kurz vor Abschuss gelandet

Die Behörden nahmen den Zwischenfall aber offenbar ernst. Wäre der Mann mit seinem Fluggerät noch näher an das Parlamentsgebäude herangekommen, hätten ihn die Sicherheitskräfte abgeschossen, sagte der Chef des Sicherheitsausschusses im Repräsentantenhaus, Michael McCaul. Tatsächlich sei der sogenannte Gyro-Copter aber von allein gelandet.

Ein Gewährsmann aus dem Senat sagte, die Capitol-Polizei habe kurz vor Hughes' Abflug über dessen Ziel Bescheid gewusst. Zudem sei er in der Vergangenheit vom Secret Service verhört worden.

Aufmerksamkeitsträchtige Aktion gegen Korruption: Postbote Doug Hughes wird nach der Heli-Landung beim Capitol festgenommen (Quelle: Youtube/ThoughtWidget.com).

Am Mittwochmittag (Ortszeit) stand der Helikopter auf einem Rasenstück am Capitol. Rettungsfahrzeuge wurden zur Landestelle entsandt, ebenso wie ein Bombensuchroboter. Zeugen sagten, das Fluggerät sei aus Gettysburg kommend vom Westen über die National Mall – den grossen Park in der Innenstadt – eingeschwebt. Es sei sehr knapp über eine Reihe Bäume und eine Statue des Kriegshelden Ulysses Grant geflogen.

Der 72-jährige Tourist John Jewell sagte, es sei eine harte Landung gewesen. Der Helikopter sei gehüpft. Ein Polizist sei bereits mit gezogener Waffe vor Ort gewesen. «Er kam nicht raus, bis ihn die Polizisten dazu aufforderten», sagte der Augenzeuge. «Er hielt die Hände hoch.» Dann sei der Mann rasch weggeführt worden. «Sie haben ihn ganz schön schnell geschnappt», sagte Jewell.

Am Capitol herrscht – ebenso wie am Weissen Haus – ein striktes Flugverbot. Nur mit Sondergenehmigung kann es Ausnahmen geben.

SDA/hvw

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