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Kraftraum statt Tiefschnee

Die Schweiz hat den alpinen Snowboardsport geprägt wie keine andere Nation. Seit Ueli Kestenholzs Bronzemedaille vor 16 Jahren hat sich aber einiges geändert.

Der Pionier: Ueli Kestenholz posiert 1998 im Schnee von Nagano mit seiner Bronzemedaille.
Der Pionier: Ueli Kestenholz posiert 1998 im Schnee von Nagano mit seiner Bronzemedaille.
Keystone
Die Vorreiterin bei den Frauen: Auch Daniela Meuli durfte sich in Turin über eine Goldmedaille freuen.
Die Vorreiterin bei den Frauen: Auch Daniela Meuli durfte sich in Turin über eine Goldmedaille freuen.
Keystone
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1998 fuhren die Snowboarder erstmals bei Olympia mit, Ueli Kestenholz liess die Schweizer bei den Alpinen jubeln, als er Rang 3 erreichte. Wilde Kerle waren das damals. Bei Sieger Ross Rebagliati wurde Marihuana im Blut festgestellt, mangels Rechtsgrundlage durfte er seine Medaille aber behalten.

Vier Jahre später wollte Kestenholz Gold, es war aber Philipp Schoch, der sich diese Medaille umhängen liess. Der Zürcher prägte zusammen mit weiteren Schweizer Pionieren die Alpinszene über Jahre, dominierte den Weltcup mit Siegen in Serie; auch in Turin vier Jahre später, als er im Final seinen Bruder Simon bezwang. Parallel dazu jubelte bei den Frauen Daniela Meuli.

Die Schochs nehmen Abschied

Die Davoserin trat nach ihrem grössten Erfolg zurück, die Schochs dagegen waren auch diesmal noch dabei. Sie mussten aber früh einen Abgang machen. Und der war geradezu symbolisch: Sie beenden nach den Spielen ihre Karrieren und machen Platz für die nächste Generation.

Diese konnte bis jetzt einigermassen unbeschwert antreten, im Schatten der Dominatoren und deren Glanz. Nun trat mit Nevin Galmarini einer der Neuen auf den Plan. Beim Ostschweizer zeigt sich rasch: Da steht kein Pionier, sondern ein Athlet, der von klein auf aufs Alpinboard gesetzt und seinen Olympiaplan zuletzt enorm konsequent umgesetzt hat. Darin sind sich er und Olympiasiegerin Patrizia Kummer sehr ähnlich.

An den Kontrast zu früher erinnert täglich der Gang durchs Hotel in Sotschi, wo ein Bild eines Snow­boarders im Tiefschnee aufgehängt ist. Der Mann mit Ovo-Helm ist Ueli Kestenholz. Zu dessen Zeit stand die Fahrt im Tiefschnee zuoberst auf der Prioritätenliste. Heute ist es der Gang in den Kraftraum.

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