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«Um wen geht es bei Olympia eigentlich?»

Nicht nur Lara Gut stellt kritische Fragen zu den Olympischen Spielen in Sotschi. Deutschlands Goldhoffnung Felix Neureuther hinterfragt die Rolle von Bundespräsident Joachim Gauck und spricht von «Wahnsinn».

Felix Neureuther ist die grosse deutsche Slalomhoffnung in Sotschi. Zu den Olympischen Spielen hat er allerdings ein gespaltenes Verhältnis und übt scharfe Kritik.
Felix Neureuther ist die grosse deutsche Slalomhoffnung in Sotschi. Zu den Olympischen Spielen hat er allerdings ein gespaltenes Verhältnis und übt scharfe Kritik.
Keystone
Felix Neureuther kann auch nicht verstehen, dass der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nicht nach Sotschi fährt.
Felix Neureuther kann auch nicht verstehen, dass der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nicht nach Sotschi fährt.
Keystone
Felix Neureuther (r.) ist auch ein erklärter Fan von Bayern München. Gemeinsam mit Spielmacher Bastian Schweinsteiger und dessen Freundin Sarah Brandner feiert der Skistar den Gewinn der Champions League.
Felix Neureuther (r.) ist auch ein erklärter Fan von Bayern München. Gemeinsam mit Spielmacher Bastian Schweinsteiger und dessen Freundin Sarah Brandner feiert der Skistar den Gewinn der Champions League.
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Slalomspezialist Felix Neureuther übte heute im «Morgenmagazin» von ARD und ZDF scharfe Kritik an den gewaltigen Kosten und den Dimensionen der ersten Winterspiele in Russland. «Es ist ein Wahnsinn, wenn Olympische Winterspiele 50 Milliarden Euro kosten.» So ein Projekt wie Sotschi erwecke den Eindruck, als ginge es nur noch um Kommerz. Der Sohn der ehemaligen deutschen Skistars aus den 70er-Jahren, Christian Neureuther und Rosi Mittermaier, macht sich auch Sorgen um die Sicherheit. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Athleten darüber keine Gedanken machen», gibt er zu bedenken. Es sei kaum möglich, dass man sich ohne Angst nur auf das Sportliche fokussieren könne.

Auch in der «Bild» meldet Neureuther seine Bedenken an. «Wieso muss man erst eine komplett neue Stadt erschaffen, um Olympische Spiele auszurichten?» Als Sportler habe man die Möglichkeit, Menschen, denen es nicht so gut gehe, für eine kurze Zeit eine Freude zu bereiten. Neureuther stösst sich auch an den Luxushotels, in denen die Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees wohnen. Ihm sei es egal, dass er im olympischen Dorf zu zweit auf 15 Quadratmetern wohne. «Aber warum sollen die Herren vom IOC nicht genauso wohnen wie wir Sportler? Um wen geht es bei Olympia eigentlich? Ist das der Geist von Olympia?», stellt sich Neureuther bei Bild.de Frage um Frage.

Neureuthers Anflug von Resignation

Neureuther verschont auch den deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck nicht und zeigt wenig Verständnis für dessen Entscheidung, nicht nach Sotschi zu fahren. «Das ist schade, weil er sein Fernbleiben nie erklärt hat. Wenn er gesagt hätte: ‹Ne, ich fahre da nicht hin, weil...› Das hätte ich super gefunden», zitiert «Bild» den Slalom-Vizeweltmeister, der meint: «Herr Gauck hätte wirklich die Möglichkeit, mit den wichtigen und richtigen Menschen dort zu sprechen, auch mit Putin.»

Seinen Einfluss, etwas an den Zuständen zu ändern, erachtet Neureuther als sehr begrenzt. «Was bringt es, wenn ich jetzt sage, es müsse ein Umdenken stattfinden? Dazu fehlt mir als einzelner Sportler der Einfluss», sagt er mit einem Anflug von Resignation. (TN)

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