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Von 196 Kilo am Nacken getroffen

Dem deutschen Gewichtheber Matthias Steiner ist im Olympia-Wettkampf der Königsklasse ein schmerzhaftes Missgeschick widerfahren.

Schreckmoment: Matthias Steiner sinkt mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden.
Schreckmoment: Matthias Steiner sinkt mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden.
Keystone
Enorme Belastung: Auf seinen Nacken wirken 196 Kilogramm.
Enorme Belastung: Auf seinen Nacken wirken 196 Kilogramm.
Keystone
Geschafft: Der Gewichtheber löst sich aus der Gefangenschaft.
Geschafft: Der Gewichtheber löst sich aus der Gefangenschaft.
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Nachdem der gebürtige Niederösterreicher Matthias Steiner vergeblich versucht hatte, im Reissen die Last von 196 Kilogramm zu stemmen, wurde er von seiner Hantel im Nacken getroffen, ehe sie ihm auch noch über den Körper rollte. Steiner lag für kurze Zeit benommen auf der Heberbühne. Anschliessend musste er von Betreuern aus der Halle begleitet werden. Er konnte den Wettkampf verletzungsbedingt nicht fortsetzen. Er entschied sich vorsichtshalber zum Forfait. Heute kam die partielle Entwarnung: Steiner erlitt keine Verletzungen an der Wirbelsäule, Schwellungen lassen aber eine schwerere Muskelverletzung vermuten.

Vor vier Jahren hatte Steiner noch ein Olympia-Märchen geschrieben. In Peking erlangte er nach seinem Sieg und wegen seiner bewegenden Lebensgeschichte – 13 Monate davor war seine erste Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen – Heldenstatus. In London war er nicht als Kronfavorit angetreten. Zu viele Verletzungen hatten ihn im Vorfeld dieser Olympischen Spiele heimgesucht. Deutsche Optimisten trauten ihm Bronze zu.

Die Gewichtheber-Halle war gestern Abend fest in iranischer Hand. Unter dem frenetischen Applaus ihrer zahlreich erschienenen Landsleute feierten 168-Kilo-Koloss Behdad Salimikordasiabi und Sajjad Anoushiravani Hamlabad einen Doppelsieg. Dem zweifachen Weltmeister Salimikordasiabi reichten gestemmte 455 Kilogramm (208 im Reissen, 247 im Stossen) zum Gold-Gewinn. Zum Vergleich: Steiner hatte bei seinem Coup in Peking 461 Kilo in die Höhe gewuchtet. Der Weltrekord von Salimikordasiabis Landsmann Hossein Rezazadeh aus dem Jahr 2000 steht bei 472 Kilo.

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