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Tigers – DavosNun ist es wohl eine Mission Impossible

Langnau verliert in Davos trotz starkem Start und guten Bedingungen für einen Sieg 2:5. Das Playoff rückt in weite Ferne.

Der enttäuschte Langnauer nach dem verlorenen Spiel in Davos. Foto: Keystone/Gian Ehrenzeller
Der enttäuschte Langnauer nach dem verlorenen Spiel in Davos. Foto: Keystone/Gian Ehrenzeller

Nun wird es eng für Langnau und das Playoff. Oder gar unmöglich? Denn als die Tigers nach dem 2:5 in Davos in die Garderobe schlichen, erreichten sie weitere schlechte Nachrichten. Bern und Fribourg, zwei Hauptkonkurrenten im Strichkampf, die nach zwei Dritteln beide zurücklagen, hatten ihre Schlussdrittel fulminant 4:0 und 5:0 gewonnen, holten beide drei Punkte.

Damit beträgt der Rückstand der Langnauer auf Platz 8 und neu Lugano sieben Zähler. Dass die Tessiner eine Partie mehr ausgetragen haben, ist ein kleiner, aber schwacher Hoffnungsschimmer. Läuft für die Tigers bloss knapp 24 Stunden nach dem Spiel in Davos wieder alles schief (kein Punkt gegen Fribourg, ein Dreier von Lugano gegen Bern), dann stehen sie bereits heute Abend nebst den Lakers und Ambri als drittes Team fest, das kein Playoff spielt.

Die Davoser feierten einen klaren Sieg, sie feierten das definitive Heimrecht im Playoff und damit auch die Qualifikation für die Champions League. Und dennoch lag ein Abend hinter den beiden Teams, der ein ganz anderes Ende hätte nehmen können. Denn es begann alles gut für Langnau. Was tun, wenn das sprichwörtliche Messer am Hals ist? Genau: Das Messer zwischen die Zähne nehmen. Die Tigers reisten mit der richtigen Absicht nach Davos, traten entsprechend von Beginn an so auf. Bissig, entschlossen, sich weiterhin am Strohhalm der Hoffnung festhalten zu können.

Entgegen kam den Langnauern auch die Davoser Kader-Situation. Die Bündner üben derzeit Varianten fürs Playoff. Und weil es bei der Rotation am Freitag auch Mittelstürmer und Topskorer Perttu Lindgren traf, trat Davos mit den Centern Meyer/Aeschlimann/Egli/Canova an. Es dürfte in einem Ernstkampf die unerfahrenste Mittelachse der jüngeren Geschichte des Schweizer Rekordmeisters gewesen sein.

Eero Elos zwei Tore

Die SCL Tigers nutzten all diese Umstände für eine 1:0-Führung nach 20 Minuten. Eine verdiente 1:0-Führung, auch wenn Eero Elos Treffer ein wenig von Glück begünstigt war. Sandro Aeschlimann, der Emmentaler im Davoser Tor, half mit. Was da noch keiner wusste: Mit Geschenken in die Heimat war es vorbei, Aeschlimann war am Ende ein Matchwinner.

Denn die Tigers kassierten zwar zu Beginn des Mitteldrittels zwei schnelle Tore, waren aber danach weiterhin spielbestimmend, verpassten vor allem in viel zu harmlosen sechs Minuten Powerplay mehrfach den Ausgleich. 7:20 lautete das Verhältnis der Torschüsse bei Spielhälfte, 2:1 jenes der Treffer. Doch das war nur die eine Wahrheit. Zwei der drei Davoser Schüsse landeten im Tor, der dritte war nach einem Solo-Vorstoss Fabrice Herzogs, der von Ivars Punnenovs gestoppt wurde. Und Davos traf noch den Pfosten.

Enttäuschend war das Langnauer Schlussdrittel. Ein Aufbäumen blieb aus, auch als Elo per Shorthander zum 2:3 verkürzte, folgte kein verzweifeltes Anrennen mehr – die Kraft schien nun zu fehlen. Chris Egli, er traf auch zum 3:1, entschied das Spiel nach 58 Minuten mit dem 4:2, Herzog traf noch ins leere Tor zum für Langnau brutalen 5:2-Endstand.