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LeserreaktionenNichts anderes als eine Selbstverständlichkeit

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Westliche Firmen sollen Kinderarbeit aus der Lieferkette verbannen und bei Verstössen haften. Dazu sind nicht nur in der Schweiz neue Regelungen geplant.
Westliche Firmen sollen Kinderarbeit aus der Lieferkette verbannen und bei Verstössen haften. Dazu sind nicht nur in der Schweiz neue Regelungen geplant.
Foto: A. M. Ahad (Keystone)

Zu «Die Schweizer Lösung im Vergleich mit anderen Ländern»

Nichts anderes als eine Selbstverständlichkeit

Der Artikel zeigt deutlich auf, wie wichtig die Konzernverantwortungsinitiative für unser Land ist. In Europa haben schon viele Länder klare Regeln, die international tätige Unternehmen verpflichten, auch im Ausland Verantwortung zu übernehmen. Wenn wir den Anschluss nicht verpassen wollen, hilft ein Alibi-Gegenvorschlag, der von den Unternehmen nichts anderes als eine jährliche Hochglanzbroschüre verlangt, nicht weiter. Machen wir nicht noch einmal den gleichen Fehler wie beim Bankgeheimnis. Die Folgen kennen wir: Imageschaden für unser Land, Milliardenbussen, Aktienkurse der Grossbanken im Keller. Langfristig faire und nachhaltige Unternehmenspolitik ist wichtiger, als
kurzfristige Gewinne und Boni. Um dies zu erreichen, brauchen wir die Konzernverantwortungsinitiative, die nichts anderes als eine Selbstverständlichkeit verlangt. Allein auf Freiwilligkeit zu setzen reicht nicht, das haben unsere Nachbarn bereits verstanden.

Bruno Riesen, Wahlendorf

Zitat des Tages

«Machen wir nicht noch einmal den gleichen Fehler
wie beim Bankgeheimnis.»

Bruno Riesen, Wahlendorf

Zum Leserbrief von Erwin Baur «Menschen wollen Frieden und keine Kriege»

Von Luxus-Kampfjets zu reden, ist unangebracht

Um Frieden zu erhalten, müssen wir imstande sein, für unsere Sicherheit zu sorgen. Dazu müssen wir uns nicht bloss Gedanken zu heutigen Bedrohungen machen. Sicher müssen wir auf Epidemien und Cyberangriffe vorbereitet sein. Wenn wir nicht auf die bewaffnete Neutralität verzichten wollen, müssen wir auch unseren Luftraum verteidigen können. Das neue Kampfflugzeug wird mindestens 40 Jahre im Dienst bleiben. Über diese Zeitspanne müssen wir uns mit möglichen Bedrohungsszenarien befassen. Derzeit wird weltweit aufgerüstet. Nur wenige Länder wendeten in den letzten Jahren einen geringeren Anteil des Bruttoinlandproduktes für die Landesverteidigung auf als die Schweiz. Die neuen Kampfflugzeuge sollen aus dem ordentlichen Armeebudget finanziert werden. 60 Prozent der sechs Milliarden Franken müssen mit Aufträgen an unsere Wirtschaft kompensiert werden. Moderne Kampfjets sind fliegende Sensoren, die detaillierte Informationen liefern können. Von Luxus-Kampfjets zu reden, ist unangebracht.

Heinz Wittwer, Langnau

Zu «Italien beschliesst ‹Mutter aller Reformen›»

Weg von der ewigen Selbst-Inszenierung

Offen gesagt, an diese 180-Grad-Wende ‒ oder «beispiellose Revolution», wie Premier Giuseppe Conte sie nennt ‒ zu glauben, fällt mir schwer. Werden die zerstrittenen Politiker von links bis rechts endlich vernünftig handeln, kompromissbereit sein, ohne jegliche Partei- und vor allem persönliche Interessen? Wird Italien aus der Lethargie, dem Stillstand endlich erwachen? Wird sich die Mafia zurückhalten? Wird Italien wiederum an die erfolgreichen 60/70er-Jahre anknüpfen können, als «Made in Italy» noch Spitze war? Werden die ItalienerInnen endlich begreifen, dass das «Vivere» im Hier und Jetzt aber vor allem für die Zukunft, auf harte, seriöse Arbeit basiert und nicht auf Vergangenes in einer Scheinwelt von «Grandezza» und ewiger Show und Selbst-Inszenierung? Die Mentalität der Italienerinnen und Italiener muss sich ändern.

Franco Sommaruga, Oberbottigen

Zum Interview mit der Berner Justizdirektorin Evi Allemann (SP)
«
Meine Direktion bestimmt die Richtung»

Unpräzise oder Wunschdenken?

Regierungsrätin Evi Allemann behauptet, dass «ein Drittel der Leute keiner Konfession mehr angehört». Das wären rund 33 Prozent. Gemäss dem an der Medienkonferenz abgegebenen Bericht sind aber nur 23 Prozent ohne Religionszugehörigkeit, also nicht einmal ein Viertel der Bevölkerung im Kanton Bern. Ich frage mich, ist das einfach unpräzise oder etwa Wunschdenken der – wie sie selber hervorhebt ‒ ersten konfessionslosen Regierungsrätin im reformierten Kanton Bern?

Aliki Panayides, Ostermundigen Geschäftsführerin SVP Kanton Bern