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Was Ladenmieter wissen müssen

Mieter sollten nur selber Handwerker aufbieten, wenn Gefahr im Verzug ist. Sonst gehen sie ein Risiko ein.

Wenn im Mietvertrag nicht steht, wer zahlen muss, wenn ein Einbrecher die Eingangstüre demoliert oder ein Demonstrant das Schaufenster einschlägt, so ist es der Vermieter.

In Geschäftsmietverträgen wälzen die Vermieter dieses Risiko oft auf die Mieter ab oder verpflichten sie, eine entsprechende Versicherung abzuschliessen. Das ist nur bei der Miete von Ladenlokalen im Rohbau zulässig, wenn entweder der Mieter das betreffende Bauteil (Fenster, Türe, Vitrine etc.) selber einbaut oder aus dem Vertrag klar hervorgeht, um wie viel der Mietzins gesenkt wird, weil der Mieter das Beschädigungsrisiko von Bauteilen des Vermieters übernimmt.

Auch wenn keiner dieser Ausnahmefälle vorliegt, verfügen viele Geschäftsmieter über eine Versicherung, die auch Schäden am Gebäude abdeckt. Übernimmt die Versicherung einen solchen Schaden, sollten Mieter zumindest verlangen, dass ihnen der Vermieter den Selbstbehalt oder Bonusverlust ersetzt.

In dringenden Fällen – zum Beispiel wenn wegen zerschlagener Schaufenster die Verkaufsware ungesichert ist – dürfen Ladenmieter selber Handwerker aufbieten, falls der Vermieter nichts unternimmt. Sie müssen ihm dies aber vorher androhen.

Ist die Reparatur weniger dringend, sollten Mieter einen untätigen Vermieter per Einschreiben zur Behebung auffordern. Nützt das nichts, rät Armin Zucker vom Geschäftsmieterverband, den Mietzins beim Gericht zu hinterlegen. «Wer stattdessen selber Handwerker aufbietet, bekommt sein Geld vom Vermieter meist nur schwer zurück», so Zucker.

Bevor man auf eigene Kosten zum Beispiel eine Alarmanlage einbaut, sollte man unbedingt die schriftliche Zustimmung des Vermieters einholen. Sonst geht die Investition beim Auszug verloren, und man muss die Anlage sogar auf eigene Kosten ausbauen, wenn der Vermieter dies verlangt.

Vorsicht: Laut Rechtsanwalt Zucker kommt es immer wieder vor, dass Vermieter beim Abschluss oder bei der Verlängerung eines Vertrags ein fertig ausgebautes Mietobjekt als «im Rohbauzustand» bezeichnen. Wer als Mieter auf den Trick hereinfällt, muss selber zahlen, wenn später die Farbe abblättert oder die vom Vermieter eingebaute Klimaanlage den Geist aufgibt. «Die Unterhaltskosten machen schnell 10 bis 20 Prozent der Jahresmiete aus», sagt Armin Zucker. Sein Tipp: den Wechsel zur fiktiven Rohbaumiete ablehnen oder nachträglich anfechten. (thm)

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