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Verbot von Airbnb im Einzelfall zulässig

Es gehört zu den Rechten von Stockwerkeigentümern, ihre Wohnung nach eigenem Gutdünken zu nutzen. Doch im Einzelfall darf diese Freiheit eingeschränkt werden. Dies hat das Bundesgericht im April entschieden (Urteil 5A_436/2018).

Bei dem Fall, den das oberste Gericht zu beurteilen hatte, ging es um eine Liegenschaft mit gehobenem Standard im Kanton Nidwalden. Sie verfügt über eine eigene Werft, ein Schwimmbad und eine Sauna.

Fremde im Pool

Einer der Stockwerkeigentümer hatte seine Wohnung auf Airbnb ausgeschrieben, weshalb regelmässig fremde Leute im Haus verkehrten und die gemeinschaftlichen Einrichtungen nutzten. Sehr zum Leidwesen der übrigen Stockwerkeigentümer, die das nicht hinnehmen wollten. Also passten sie das Nutzungsreglement an und verboten die kurzfristige Vermietung der Wohnungen.

Dagegen klagte der betroffene Eigentümer, doch blitzte er vor allen Instanzen ab. Gemäss Bundesgericht sorge die Infrastruktur der besagten Liegenschaft für einen intimen Rahmen und sei von der Natur her nicht für Dritte bestimmt. Da es sich zudem nicht um eine Ferienresidenz, sondern um ein Wohnhaus handle, sei auch das Bedürfnis der Bewohnerinnen nach Ruhe grösser.

Daher sei es nachvollziehbar, dass sich die Hausbewohner durch die erhöhten Immissionen wegen der steten Mieterwechsel und durch das Auftauchen von Fremden in Pool und Sauna in ihrer Wohnqualität beeinträchtigt sehen, so das Bundesgericht. Unter den gegebenen Umständen sei ein Verbot der Vermietung via Airbnb zulässig. (afi)

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