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Kumuliert 43 Spiele verpasst

Langenthal ist mehrfach von Hirnerschütterungen betroffen.

Mika Henauer (links) will bald wieder spielen.
Mika Henauer (links) will bald wieder spielen.
Marcel Bieri

Mika Henauer ist seit fast anderthalb Monaten ausser Gefecht gesetzt. Der 18-jährige Verteidiger des SC Bern, der seit Saisonbeginn an den SC Langenthal ausgeliehen ist, erlitt am 21. Dezember gegen Visp bei einem un­bestraften Ellbogencheck auf offenem Eis eine Hirnerschütterung. Für den jungen Eishockeyspieler ist es die erste längere Absenz wegen einer Verletzung. «Es ist mühsam. Anfang Januar hat es sich gut angefühlt, also habe ich gespielt, und dann war es doch nicht gut», sagt Henauer.

Am 12. Januar hat er sein Comeback im Spiel gegen Kloten gegeben, nach der zweiten Partie am 15. Januar gegen Ajoie hatte der Defensivmann dann plötzlich erneut Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen am Tag danach. Mittlerweile ist Henauer wieder auf dem Weg der Besserung. Am Donnerstag hat er erstmals voll mit dem Team mittrainiert, wenn auch vorerst noch ohne Körperkontakt. Seine Einstellung zum Thema hat sich derweil verändert. «Ich denke jetzt zweifellos anders darüber als vor dem 21. Dezember.» Im Spiel selbst soll es ihn aber nicht hindern, zweifellos habe er dadurch seinen Körper aber besser kennen gelernt.

Noch schlimmer hat es Robin Nyffeler getroffen. Der Huttwiler hatte nicht nur Kopfschmerzen, sondern vor allem auch Mühe mit dem Sehen; phasenweise war es ihm schwindlig. «Ich musste so etwas wie eine Reha machen und meinen Augen erneut beibringen, wie man richtig sieht», sagt der 19-Jährige. Gerade mit dem Schauen auf die linke Seite habe er richtig Mühe gehabt, und «jeden Morgen, wenn ich aus dem Bett kam, habe ich mehr oder weniger gar nichts gesehen». Zugezogen hat sich Nyffeler die Verletzung im Spiel gegen Kloten vom 12. Januar, heute dürfte er erstmals wieder zum Einsatz kommen.

Die Hände gebunden

Um erfolgreich zu genesen, hat Nyffeler eine Spezialistin aus Bern zurate gezogen, auch der ebenfalls an einer Hirnerschütterung leidende Luca Christen (20) hat diese besucht. Daneben sind den Medizinern aber die Hände gebunden. «Ich stabilisiere die Nackenmuskeln und die Schultern. Danach kann ich nur noch ein offenes Ohr anbieten», sagt SCL-Physiotherapeut Tobias Schütze. Das sei gerade bei Langzeitverletzten wichtig. Druck und negative Gedanken beeinflussen den Heilungsprozess nicht positiv. «Es ist wichtig, ihnen zu zeigen, dass jemand für sie da ist», so Schütze weiter.

Gerade deshalb entwickelt sich die Diagnose für Schütze zu einem zweischneidigen Schwert. «Ist eine Hirnerschütterung festgestellt, dann sind sechs Tage Pause vorgeschrieben», sagt er. «Würde ich das immer sofort tun, würden die Spieler aus Angst kaum mehr zu mir kommen.» Beim SCL werden die Akteure, die Symptome aufweisen, deshalb zuerst aus dem Verkehr gezogen, die abschliessende Beurteilung folgt erst tags darauf. Und trotzdem: In der laufenden Saison haben die Langenthaler Spieler kumuliert 43 Partien gefehlt, mit den fortdauernden Absenzen von Henauer und Christen wird die Summe über die Marke einer 45 Spiele langen Qualifikation hinausgehen.

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