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Hakan Yakin Superstar

Der YB-Captain hat die Young Boys mit vier Toren und zwei Vorlagen zum historischen 7:2-Sieg in St. Gallen geführt. Die starken Berner waren dem überforderten Gegner in jeder Beziehung überlegen.

Nicht zu stoppen: Hakan Yakin erzielt in St. Gallen das 6:2. Foto: Keystone
Nicht zu stoppen: Hakan Yakin erzielt in St. Gallen das 6:2. Foto: Keystone

Dieser Artikel ist erstmals am 3. Dezember 2007 in der Berner Zeitung erschienen.

Die Kappe des japanischen Modelabels ist schwarz und tief ins Gesicht gezogen, das Lachen verschmitzt und herzhaft, die Freude ehrlich und ansteckend, die Sätze stolz – und bescheiden. Hakan Yakin ist gut gelaunt, als er über seine phänomenale Darbietung Auskunft gibt. Ja, es sei das erste Mal, dass er in der Super League vier Tore erzielt habe, zuletzt sei ihm das als Junior gelungen. Nein, das Toreschiessen sei ihm nicht schwer gefallen, «die haben mir ja so viel Platz gelassen.» Und ja, natürlich sei es speziell, im Espenmoos so hoch zu gewinnen: «Das habe ich noch nie erlebt.» Aber er habe nur derart glänzen können, weil die ganze Mannschaft ausgezeichnet gespielt habe.

7:2 hatten die Young Boys gerade den FC St. Gallen demontiert. Die einst uneinnehmbare Festung Espenmoos ist zum Spielzimmer der Young Boys geworden, und er, Hakan Yakin, war mit vier Toren und zwei Vorlagen die herausragende Figur gewesen.

12 Tore und neun Assists Yakins Auftritt war brillant. Im Dress von GC hatte er vor sieben Jahren drei Tore gegen Xamax erzielt, für Basel waren ihm 2003 drei Tore beim 3:0 gegen YB gelungen – aber viermal war er in der Super League noch nie erfolgreich. Der Nationalspieler, fit und spritzig, war fleissig, spielstark, ideenreich, vorne und hinten anzutreffen, er überzeugte mit genauen Pässen, Effizienz im Abschluss und Rafinesse mit dem Fuss wie mit dem Kopf. 12 Tore und neun Assists resultieren jetzt aus 16 Einsätzen Yakins in dieser Saison. Es sind formidable Werte für einen Mittelfeldspieler. Yakin ist in beiden Bereichen führend in der Liga.

Hakan Yakin Superstar. Der schlaue Opportunist stand in der ersten Halbzeit dreimal im Stile eines Torjägers im Strafraum bereit, um die riesigen Lücken im St. Galler Defensivverbund und die herrlichen Vorlagen von Thomas Häberli (zweimal) und Carlos Varela zum 0:1 (7. Minute), 0:2 (15.) und 1:3 (28.) auszunutzen. In der 73. Minute erzielte Yakin ein weiteres Tor mit einem trockenen Linksschuss aus 16 Metern und nach einem weiten Abschlag Torhüters Marco Wölfli – und nachdem er zuerst Mitspieler Mario Raimondi abgedrängt hatte.

Aber nicht nur der YB-Captain überzeugte in St. Gallen. Die noch nicht 20-jährigen Xavier Hochstrasser und Thierry Doubai, laufstark und aggressiv in den Zweikämpfen, hielten der starken Offensivabteilung den Rücken frei. Und in der Defensive zeigte Toni Kallio seine beste Leistung im YB-Dress. Der viel kritisierte Finne agierte sicher und gefiel mit feinen Abspielen in der Vorwärtsbewegung. So leitete Kallio das zweite Tor mit einem beinahe schon genialen Zuspiel auf Häberli ein.

Historischer Sieg Am Ende der YB-Demonstration hätte es problemlos 0:10 aus Sicht der Gastgeber heissen können. Die St. Galler Tore fielen nach krassen Aussetzern in der Gästeabwehr. Aber auch so war es die höchste Heimniederlage des Tabellenletzten seit 33 Jahren und einem 0:7 gegen…YB. «Das war gar nichts», sagte ein ratloser Krassimir Balakov, der nach vier Spielen als Übungsleiter der St. Galler erst einen Punkt, aber schon 16 Gegentor zu akzeptieren hat. Eine Woche im Trainingslager auf Zypern war der Bulgare zuletzt mit seinem Team. Wahrscheinlich stand die Lektion «Toreschiessen für den Gegner leicht gemacht» zuoberst auf der Agenda der angeschlagenen Kicker…

YB nutzte die eklatanten Mängel zum höchsten Sieg seit sechs Jahren und dem 7:0 gegen Lausanne. Thomas Häberli war bereits damals dabei gewesen. «Das war heute eine der besten Leistungen, seit ich bei YB bin», sagte der Stürmer am Samstag. Die Young Boys haben ein kräftiges Zeichen gesetzt, noch einmal oben angreifen zu wollen. Einzig Christian Schwegler war sauer. Der Verteidiger musste nach einem wüsten Foul Jürgen Gjasulas noch vor der Pause verletzt ausgewechselt werden. So kam Nachwuchsspieler Aron Liechti zu seinem Super-League-Debüt. Der 21-jährige Berner fügte sich bestens in eine funktionierende Einheit ein. Er hat ja auch eine historische Partie für seine Premiere erwischt.

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