Greng hat nicht mehr die besten Steuerzahler

Kanton Freiburg

Die steuerkräftigste Gemeinde des Kantons Freiburg liegt nicht mehr am Murtensee, sondern im Greyerzerland, in Crésuz. Der Kanton zählt erstmals über 5000 Millionäre.

Auch 2017 zahlte jeder der 175 Einwohner von Greng pro Kopf nicht weniger als 16'135 Franken Kantonssteuern.

Auch 2017 zahlte jeder der 175 Einwohner von Greng pro Kopf nicht weniger als 16'135 Franken Kantonssteuern.

(Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Hans Ulrich Schaad

Das kleine Greng am Murtensee hatte in den letzten zehn Jahren den ersten Platz fast abonniert. Hier wohnen die besten Steuerzahler des Kantons Freiburg mit zwei kurzen Ausnahmen. Auch 2017 zahlte jeder der 175 Einwohner von Greng pro Kopf nicht weniger als 16'135 Franken Kantonssteuern.

Dieser Betrag reicht aber im aktuellen Ranking «nur» noch für Rang zwei. Überholt hat Greng die Greyerzer Gemeinde Crésuz, die rund doppelt so viele Einwohner zählt. Hier zahlt im Durchschnitt jeder Bewohner 18'638 Franken Steuern an Freiburg. Das sind gut 10'000 Franken mehr als noch im Jahr zuvor. Das geht aus der Steuerstatistik 2017 hervor, die der Kanton Freiburg letzte Woche veröffentlicht hat.

Prominenter Zuzüger

Dieser markante Sprung von Crésuz ist eng mit einem Einwohner verbunden, wie die «Freiburger Nachrichten» berichten: Paul Bulcke. Der gebürtige Belgier, er hat inzwischen den Schweizer Pass, war früher CEO von Nestlé, seit 2017 ist der Präsident des Verwaltungsrats des Weltkonzerns mit Sitz am Genfersee und bezieht ein Millionensalär.

Zudem hat er gemäss der neuesten Liste der «Bilanz» ein Vermögen von 100 bis 150 Millionen Franken. Vor ein paar Jahren hat Bulcke seinen Wohnsitz nach Crésuz verlegt, und er wurde an der damaligen Gemeindeversammlung als wichtiger Steuerzahler erwähnt.

Zudem, so die «Freiburger Nachrichten», seien in den letzten Jahren in Crésuz einige Zweitresidenzen zu Erstresidenzen geworden. Bei einer so kleinen Gemeinde zieht das den Durchschnitt sofort hinauf, vor allem wenn noch Steuern aus Vorjahren fällig werden.

Mehr Millionäre

Der Seebezirk verteidigte hingegen die Spitzenposition jenes Bezirks, wo der Pro-Kopf-Durchschnitt der Kantonssteuer am höchsten liegt (3048 Franken). Der Sensebezirk ist auf Platz fünf der sieben Distrikte bei einem Schnitt von 2670 Franken. Unter den zehn Gemeinden mit dem höchsten Steuersubstrat sind fünf aus dem Seebezirk. Am anderen Ende der Tabelle liegen Jaun und Cheiry (1813 Franken).

Die Statistik verrät auch, dass im Kanton Freiburg per Ende 2017 5072 Personen wohnten, die ein Vermögen von über einer Million Franken versteuerten. Erstmals ist die Zahl, der Millionäre auf über 5000 gestiegen. Diese 2,9 Prozent der Steuerpflichtigen bezahlten 58,5 Prozent der Vermögenssteuern. Die Mehrheit der Freiburger hat ein steuerbares Einkommen von unter 50'000 Franken (56,6 Prozent).

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