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Entsteht das Netflix des Sports via Schweiz?

Es ist eine Tendenz, die mit dem Begriff «Cord Cutting» beschrieben wird: Das Fernsehkabel wird gekappt. Die jüngere Generation wächst mit Youtube auf, ­Serien und Filme werden auf Netflix ­gestreamt, Fernsehprogramme bleiben unbeachtet – auch in der Sportwelt: Das NHL-Gamecenter ist beispielsweise hochprofessionalisiert, für 115 Dollar können alle NHL-Spiele via Livestream geschaut werden. Nicht nur das: Der Konsument entscheidet, ob er den Heim- oder Gästekommentar hört; ob er die Kamera nur auf den Goalie gerichtet haben will; ob das Resultat ausgeblendet wird. Ähnliches bieten die NBA, die NFL oder auch die Tennistour an.

In Europa blieben die Kabelbetreiber in der Welt des Sports bislang grösstenteils unbedrängt. Das könnte sich ändern: Die Firma Perform wähnt sich vor einem Coup, sie will sich als Netflix des Sports positionieren. Ab 2016 sollen in Japan, Deutschland, Österreich und der Schweiz via Livestream Sportsendungen aus aller Welt übertragen warden. Verträge mit der deutschen, spanischen, italienischen und französischen Fussballliga wurden bereits abgeschlossen, ebenso mit der NFL. Preis für das ­Monatsabo: rund 10 Franken.

Vorerst gilt das Projekt als Versuchsballon, 2017 sollen weitere Länder dazukommen. «Es muss möglichst einfach sein – zum Zahlen und Schauen, un­abhängig von der Tageszeit», sagt ­Geschäftsführer Juan Delgado dem Nachrichtensender CNBC. Die Sendungen werden in-house produziert, Sportgrössen agieren als ­Experten, wie man das kennt von Sky oder ITV.

Weshalb die Schweiz? Wegen der deutschen Sprache. Denn Delgado ist hauptsächlich an Deutschland interessiert. Dort hat Platzhirsch Sky nur eine mässige Verbreitung, da liege viel ­Potenzial brach. In Japan wiederum sei es für die Bevölkerung schwierig, einen ­Anbieter zu finden, der verschiedene Sportligen abdeckt. Das wolle man ­ausnützen.

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